Regio Basiliensis - Aktuelle Ausgabe

Die REGIO BASILIENSIS wird herausgegeben von der GEG und dem Geographischen Institut der Universität Basel, in Zusammenarbeit mit der Association Géographique d'Alsace Mulhouse und unter Mitwirkung des Ethnologischen Seminars der Universität Basel sowie des Museum der Kulturen in Basel.

Preis Jahresabonnement (2 Hefte exkl. Porto und Verpackung): CHF 48.-

Preis Einzelheft: CHF 24.-

Kontakt für Einzelhefte, Neuabonnenten sowie Fragen zu bestehenden Abonnements:
Sabine Siegrist, info@gegbasel.ch (Vermerk Regio Basiliensis)

Rezensionsexemplare und Tauschsendungen:

Bibliothek der Geographisch-Ethnologischen Gesellschaft Basel, Klingelbergstrasse 27, CH-4000 Basel;
Telefon: +41 (0)61 207 36 60, E-Mail: heike.schmidt@unibas.ch

 

Ältere Ausgaben der Regio finden Sie in unserer Online-Bibliothek.

 


 

Regio Basiliensis 66/2 - Klimaangepasste Stadt

Nr. 67/1 Zukunft der Landwirtschaft

Die aktuelle Ausgabe der Regio Basiliensis widmet sich den vielfältigen Herausforderungen im Agrarsektor. Das Heft beleuchtet drängende Themen wie den Klimawandel, die Biodiversitätsförderung, Agroforstsysteme sowie den regionalen Agrarstrukturwandel im Dreiländereck.

Artikel der aktuellen Ausgabe

Unteres Gruth: Ein Biohof in Stadtnähe.

Christian und Sibylle Banga-Stein

 

Der Hof Unteres Gruth in Münchenstein ist ein einzigartiger Betrieb, der historische Kontinuität, ökologisches Engagement und urbane Nähe miteinander verbindet. Die Familie Banga führt den Hof seit 1884 in fünfter Generation, der Hof besteht seit 1532 und gehört seit 1952 der Christoph Merian Stiftung. Seit 1998 wird er nach Bio-Suisse-Knospe-Richtlinien bewirtschaftet. Die Betriebsstruktur mit Milchwirtschaft, Pferdepension und Saatgutvermehrung ist breit diversifiziert, 22 Prozent der Fläche sind Biodiversitätsförderflächen. Die Herausforderungen liegen in der Arbeitsbelastung, der schwierigen Mitarbeitersuche, kleinstrukturierten Flächen, Investitionskosten und der Diskrepanz zwischen Direktzahlungen und unternehmerischer Freiheit. Trotz dieser Belastungen zeigt der Betrieb, dass Landwirtschaft in Stadtnähe möglich und zukunftsfähig ist. Technologische Innovationen, Energieprojekte, Digitalisierung und Kooperationen mit städtischen Institutionen eröffnen Chancen, die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Zieleverbinden. Der Untere Gruth ist damit nicht nur Produktionsbetrieb, sondern auch Bildungs- und Modellbetrieb, der die Landwirtschaft der Region Basel prägt und zukunftsweisend mitgestaltet.

 


Agrarstrukturwandel auf kleinstem Raum. Die Landwirtschaft im Dreiländereck vom Markgräfler Land bis in die Schwarzwaldhöhen.

Christine Hassauer

 

Die regionale Landwirtschaft erbringt wichtige gesellschaftliche Leistungen. Diese Leistungen werden durch den anhaltenden Agrarstrukturwandel beeinflusst. In diesem Artikel werden die Ausprägungen des Agrarstrukturwandels in Südbaden unter unterschiedlichen natürlichen Voraussetzungen betrachtet. Während die Landwirtschaft in der Rheinebene von zunehmender Intensivierung und Spezialisierung geprägt ist, ist im Schwarzwald Extensivierung und der Rückzug aus der Nutzung zu beobachten. Dies ist problematisch, da landwirtschaftliche Betriebe wichtige Beiträge zu Ernährungssicherung, Naturschutz und Tourismus leisten. Darüber hinaus werden Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft in den Regionen aufgezeigt. 

 


Baselbieter und Basler Landwirtschaft – Vielfalt pur. Die Landwirtschaft in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt: Statistische Eckdaten ab 1975.

Andreas Bubendorf

Die Landwirtschaft in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt hat in den letzten fünfzig Jahren eine starke Veränderung durchgemacht. Geblieben ist aber die Vielseitigkeit der Landwirtschaft. Die einzelnen Betriebe haben sich in der landwirtschaftlichen Produktion eher spezialisiert und sich auf weniger Betriebszweige fokussiert. Gleichzeitig haben sie aber auch in landwirtschaftsnahe Tätigkeiten diversifiziert oder eine Kombination mit einem ausserlandwirtschaftlichen Erwerb gefunden. Insgesamt ist Landwirtschaft beider Basel mehr denn je Vielfalt pur.

 


Wie der Bund die Landwirtschaft finanziert.

Michelle Schenk-Wyss und Riccardo Zambelli

Die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz ist teuer. Das liegt an den topografischen Bedingungen und dem hohen Kostenumfeld. Deshalb unterstützt der Bund die Bauernfamilien, damit diese ihren Verfassungsauftrag erfüllen können: die Bevölkerung ernähren und die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten. In den letzten 20 Jahren sind die Ausgaben für die Landwirtschaft im Verhältnis mit den gestiegenen Gesamtausgaben des Bundes bei 4,6 Prozent gleichgeblieben und betragen für 2023 3,7 Mrd. CHF. Direktzahlungen sind die anteilsmässig wichtigsten Beiträge und machen am Gesamtumsatz eines landwirtschaftlichen Betriebs durchschnittlich 20 Prozent aus. Demnach ist für die Bauernfamilien der über den Markt generierte Umsatz im Verhältnis zu den Bundesgeldern wichtiger. Das landwirtschaftliche Einkommen einer Bauernfamilie, das total mit dem Verkauf von Produkten und den Bundesbeiträgen generiert wird, liegt bei durchschnittlich 73'630 CHF. Anhand von drei typischen, aber fiktiven Betrieben in der Talzone, im Hügelland und im Berggebiet werden die staatlichen Beiträge jeweils detailliert aufgeführt.

 


Klimarisiken und die Zukunft der Landwirtschaft.

Sibylle Stöckli und Pierluigi Calanca

Der Klimawandel schreitet voran, und mit ihm verändern sich Temperaturen und Niederschläge nicht nur im langfristigen Durchschnitt, sondern auch in ihrer kurz- bis mittelfristigen Variabilität. Eine der Folgen dieser Veränderungen für die Landwirtschaft ist eine Zunahme der Risiken durch aussergewöhnliche klimatische Bedingungen. Anhand von Daten der Wetterstation Basel-Binningen werden einige mögliche Entwicklungen – Trockenheit, Hitzewellen, Frühjahrsfröste, Starkniederschläge – und ihre Implikationen für die Region Basel diskutiert. Damit kann die Landwirtschaft auf die Klimaveränderungen vorbereitet werden. Die zukünftige Entwicklung wird aus den CH2018-Klima-Szenarien für die Schweiz abgeleitet, die auf Annahmen zum zukünftigen Treibhausgas-Ausstoss basieren.

 


Biodiversitätsförderung in der Agrarlandschaft des Kantons Basel-Landschaft. Erhaltung und Förderung von Lebensräumen und Arten.

Gabriela Hofer und Simone Wenger

Das Programm zur «Förderung der Biodiversität und Landschaftsqualität in der Landwirtschaft» wird im Kanton Basel-Landschaft von Landwirtschaft und Naturschutz getragen und läuft seit 35 Jahren. Über 82 Prozent der Betriebe beteiligen sich am Programm. Die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte im Programm zugunsten der Natur sind freiwillig, werden vor Ort festgelegt und auf vertraglicher Basis abgegolten. In einer Wirkungskontrolle konnten die positiven Effekte der Vertragsflächen für drei Viertel der Indikatorarten nachgewiesen werden – für Arten mit spezifischeren Ansprüchen wie dem Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) wird das Programm mit zusätzlichen Förderprogrammen komplettiert.

 


Agrarlandschaft und Biodiversität. Biodiversitätsförderung in der Schweizer Agrarlandschaft: Instrumente und ihre Wirkung.

Felix Herzog

Seit den 1990er Jahren wird die landwirtschaftliche Biodiversität aktiv gefördert. Heute bewirtschaften fast alle Landwirtschaftsbetriebe einen Teil ihrer Flächen als Biodiversitätsförderflächen – insgesamt sind es 19 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen der Schweiz. Diese Fördermassnahmen haben dazu beigetragen, die Vielfalt an wildlebenden Pflanzen und Tieren zu stabilisieren. Der Vergleich mit historischen Daten zeigt, dass es insbesondere im Mittelland nach wie vor Defizite gibt. Mit den vorhandenen Mitteln und Instrumenten könnte mehr erreicht werden, wenn sie sorgfältiger umgesetzt würden. Dafür braucht es in erster Linie mehr fachliche Beratung der Landwirtinnen und Landwirte.

 


Zwischen Tradition und Transformation – Agroforst in der Landwirtschaft.

Lisa Nilles

Moderne Agroforstsysteme erleben eine Renaissance als fundierte Antwort auf aktuelle Herausforderungen wie Biodiversitätsverlust, Klimaresilienz und Bodenfruchtbarkeit. Der Artikel zeigt auf, wie diese Systeme durch sorgfältige Planung und innovative Ansätze wieder in die landwirtschaftliche Praxis integriert werden. Neben ökologischen Vorteilen können Agroforstsysteme auch betriebliche Resilienz und soziale Akzeptanz stärken. Drei Betriebsbeispiele aus dem Kanton Basel-Landschaft geben Einblicke in Beweggründe, Umsetzung und praktische Erfahrungen.

 


Der badische Weinbau in der Krise?

Ernst-Jürgen Schröder

Die mit Keltertrauben bestockte Rebfläche im Weinbaubereich Baden nahm allein innerhalb des Jahres 2024 um 225 ha ab, was in etwa der Rebfläche der vom Weinbau geprägten Gemeinde Schliengen im Markgräflerland entspricht. Damit tritt die seit Jahren schwelende Strukturkrise des badischen Weinbaues offen zu Tage, deren Ursachen vielfältiger Natur sind. Innovative umweltverträgliche Angebotskonzepte und an die veränderte Marktlage angepasste Vermarktungsstrukturen sind für eine langfristige Wiederherstellung und Sicherung des badischen Weinbaustandortes unerlässlich.

 

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