Donnerstag, 15. Oktober 2020 - 18:30 Uhr

Frieden und Sicherheit in Afrika - Die Rolle der Afrikanischen Union

Frieden und Sicherheit in Afrika - Die Rolle der Afrikanischen Union

Prof. Dr. Ulf Engel

Global and European Studies Institute (GESI), Universität Leipzig

Angesichts zahlreicher komplexer und lang anhaltender transregionaler Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, geniesst das Thema «Frieden und Sicherheit» in Afrika allerhöchste Priorität. Es sind vor allem die Afrikanische Union (AU) und die regionalen Wirtschaftsgemeinschaften (RECs), welche die Konflikte in der erweiterten Sahara-Zone um Mali und Libyen, am Horn von Afrika und im Gebiet der Grossen Seen adressieren.

Prof. Dr. Ulf Engel vom Institut für Afrikastudien der Universität Leipzig, der die AU seit 2006 in Fragen von Frühwarnung und Konfliktprävention berät, diskutiert in seinem Vortrag die Erfolge und Herausforderungen der AU-Politik im Bereich «Frieden und Sicherheit». Er beleuchtet dabei auch die Fortschritte beim Aufbau der parallelen Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA) und der Afrikanischen Governance-Architektur (AGA).

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Donnerstag, 12. November 2020 - 18:30 Uhr

Sind afrikanische Städte «anders»? Umweltwandel, Risiko und Lebensalltag in den Städten Ost- und Südafrikas.

Sind afrikanische Städte «anders»? Umweltwandel, Risiko und Lebensalltag in den Städten Ost- und Südafrikas.

Prof. Dr. Fred Krüger

Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg

In den Städten des östlichen und südlichen Afrika vollzieht sich gegenwärtig ein ausserordentlich dynamischer Transformationsprozess. Die Städte und ihre Bewohner sehen sich mit einer Vielzahl widersprüchlicher Phänomene des Wandels konfrontiert. Witterungsbedingte Extremereignisse (letztlich vom Klimawandel beeinflusst) sowie massive Umweltdegradation, Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie Landreserven und ein teilweise exorbitantes Bevölkerungswachstum bilden ökologische, ökonomische und soziale Stressoren. Diese akkumulieren sich zu Risiken, welche die ohnehin schon prekäre Lebenssituation verwundbarer urbaner Bevölkerungsgruppen noch verschärfen. Auch Stadtverwaltungen und andere in die städtische Planung und das Stadtmanagement Involvierte sind betroffen, denn ihnen fehlen zunehmend die Ressourcen und Kapazitäten, um ihre Aufgaben hinreichend zu erfüllen. Andererseits ist festzustellen, dass Stadtbewohner/-innen, die als Bürgerinnen und Bürger nur selten aktiv in Planungsprozesse eingebunden werden, zahlreiche kreative Lösungen entwickeln, um ihre Lebenswelten in der Stadt zu gestalten. Solchen innovativen Entwicklungen – gelegentlich bereits als spezifischer «afrikanischer Urbanismus» bezeichnet – wird bisher noch wenig Beachtung geschenkt. 

Der Vortrag lotet die Herausforderungen aus, mit denen sich die Bewohner/-innen der ost- und südafrikanischen Städte konfrontiert sehen, und zeigt an einigen konkreten Beispielen die spannenden Potenziale und kreativen Strategien an der Schnittstelle von Umweltwandel, «Recht auf Stadt» und urbanem Lebensalltag auf.

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Donnerstag, 10. Dezember 2020 - 18:30 Uhr

Was bedeuten Handys und Internet für Bauern in Afrika im Zuge der Globalisierung?

Was bedeuten Handys und Internet für Bauern in Afrika im Zuge der Globalisierung?

Prof. Dr. Peter Dannenberg

Geographisches Institut, Universität zu Köln

Dieser Vortrag stellt die rapide Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones in Afrika am Beispiel des kenianischen Gartenbaus anschaulich dar und diskutiert ihre Potentiale und Schattenseiten. Der Beitrag zeigt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones auch für viele Kleinbauern Chancen bietet.

Dies gilt zum Beispiel für die Integration in regionale und globale Wertschöpfungsketten (beispielsweise durch Onlinemarktplätze), den Zugang zu Wissen und den Transfer durch mobile payment. Gleichzeitig können aber auch Risiken und Abhängigkeiten entstehen.

Der Vortrag kann unter folgendem Link online mitverfolgt werden:

Zoom-Meeting beitreten
https://unibas.zoom.us/j/99161434395?pwd=SEhTTmQyVUVuMXZkY2hVcUhpSVF5dz09

Meeting-ID: 991 6143 4395
Kenncode: 571467
Schnelleinwahl mobil
+41432107042,,99161434395# Schweiz
+41432107108,,99161434395# Schweiz

Einwahl nach aktuellem Standort
        +41 43 210 70 42 Schweiz

Donnerstag, 4. März 2021 - 18:30 Uhr

Bedeutung von Land und Landnutzung für Mensch und Umwelt – zwei Beispiele aus dem Südlichen Afrika.

Bedeutung von Land und Landnutzung für Mensch und Umwelt – zwei Beispiele aus dem Südlichen Afrika.

Dr. Lena Bloemertz, Dr. Wolfgang Fister

Forschungsgruppe Physiogeographie und Umweltwandel, Universität Basel

Landverteilung und Landnutzung im südlichen Afrika sind bis heute durch die koloniale Erfahrung geprägt. Häufig findet sich noch eine Unterteilung in Grossbetriebe weisser Siedler und Kleinbauern, wobei Betriebe mittlerer Grösse selten sind.

Dieser Vortrag beschäftigt sich anhand von zwei Beispielen mit dieser Gegensätzlichkeit – den industriellen Grossbetrieben im Freestate in Südafrika und den oft auf Subsistenz basierenden Kleinbauern im nördlichen Namibia. Bei dieser Betrachtung geht es neben den politischen und gesellschaftlichen Ursachen, vor allem auch um die Bedeutung von Zugang zu Land, den Umgang mit Ressourcen, den Auswirkungen der jeweiligen Anbaumethoden auf Umwelt und Menschen, sowie auf die Anpassungsfähigkeit der Systeme.

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Donnerstag, 25. März 2021 - 18:30 Uhr

Hochgebirge und Regenwald: ein Blick in die Umwelt- und Menschheitsgeschichte

Hochgebirge und Regenwald: ein Blick in die Umwelt- und Menschheitsgeschichte

Prof. Dr. Heinz Veit

Geographisches Institut Universität Bern

Wann und in welchem Ausmass waren tropische, vor allem afrikanische Hochgebirge in der letzten Kaltzeit vergletschert? Ab wann wurden ostafrikanische Hochgebirge besiedelt? Lebte die eiszeitliche Savannenbevölkerung teilweise direkt an den Gletschern? Warum? Was hat es mit den überdimensionalen Steinstreifen in den Bale Mountains in Äthiopien auf sich? Und wie entwickeln sich tropische Böden, am Beispiel der Böden in Kamerun? Welche komplexe Landschafts- und Klimageschichte können sie uns erzählen? Und was hat das für Konsequenzen für unser Verständnis von Bodenzerstörung und Bodenerosion?

Das sind einige der zentralen Fragen, die im Vortrag angeschnitten werden. Gemeinsam ist ihnen der Raum südlich der Sahara, vor allem das äthiopische Hochland und Kamerun. Gemeinsam ist ihnen auch der Blick weit zurück in die Vergangenheit, bis in die letzte Kaltzeit und darüber hinaus. Während Gletscher relativ direkt auf Klimaänderungen reagieren, und ein Gletscherhochstand damit eine Phase von Jahrzehnten oder Jahrhunderten repräsentiert, sind Böden ein Archiv, das vom ersten Tag der Verwitterung an - und das kann in den Tropen viele Zehner von Millionen Jahren her sein (!) – die Umwelt- und Klimaeinflüsse speichert. Es gibt wohl kaum ein komplexeres Archiv als die Böden. Sie haben alle Veränderungen der Vergangenheit mitgemacht.

Im Vortrag werden Ergebnisse aus zwei laufenden Projekten vorgestellt.

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Donnerstag, 15. April 2021

African Contribution to Global Health

African Contribution to Global Health

Prof. Dr. Julia Tischler

Zentrum für Afrikastudien, Departement Geschichte, Universität Basel

Wissenschaftliche und politische Diskurse über Innovation setzen häufig stillschweigend voraus, dass neue Entwicklungen im Westen stattfinden, während der «Rest» der Welt sie (mehr oder minder dankbar) übernimmt.

Der Vortrag hinterfragt dieses einseitige Verständnis und richtet den Blick auf mögliche Innovationen aus Afrika im Gesundheitsbereich. Welche Wissensbestände, Praktiken oder Anwendungen, die zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Afrika konzipiert wurden, sind für Fragen der Gesundheit weltweit relevant geworden – oder haben das Potential dazu? Was kann der Westen angesichts schrumpfender öffentlicher Haushalte und alternder Gesellschaften möglicherweise von afrikanischen Ländern lernen?

Der Vortrag berichtet über ein interdisziplinäres, vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes Projekt der Geschichtswissenschaft (Universität Basel), Public Health (Swiss TPH) und Stadtplanung (EPFL): globalheathafrica.ch.

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GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch