GEOGRAPHISCH - ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL

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49/3 2008: Stadt- und Regionalmanagement

Stadt- und Regionalmanagement für zukunftsfähige Regionen

Rita Schneider-Sliwa

Städte sind die unmittelbare Erfahrungswelt für 50 % der Menschen weltweit und für 75 % der Schweizer. Städte stellen den Lebens- und Erholungsraum ihrer Bewohner dar, aber auch Wirtschaftsraum, Arbeitsraum, Innovationsraum – kurz, Städte sind das Herz der Gesellschaft und Motoren des Bruttoinlandprodukts. Städte sind ebenfalls Orte gesellschaftlichen Wandels, vielfältiger Formen sozialer Ausgrenzung, des Verfalls städtischer Teilbereiche, von Migrations- und Integrationsproblemen und der Unangepasstheit planerischer Systeme und öffentlicher Verwaltungen, mit den neuen Herausforderungen und infrastrukturellen Engpässen fertig zu werden. Wie kann Stadtmanagement für die Entwicklung zukunftsfähiger Stadtregionen eingesetzt werden? Ziel dieses Beitrages ist, Stadt- und Regionalmanagement als neues Paradigma der Stadtentwicklung zu skizzieren. Dies grenzt sich klar von der klassischen Stadtplanung und eng verstandenem Stadtmarketing ab und stellt für die Stadt des 21. Jahrhunderts die derzeit angemessenste neue Variante einer langen Tradition von Stadtentwicklungsansätzen dar.


Auf dem Weg zur Internationalen Bauausstellung für Basel (IBA Basel 2020)

Maria Lezzi, Frédéric Duvinage, Bettina Kleine-Finke, Dirk Lohaus

Seit mehr als zwei Jahren bereitet der Trinationale Eurodistrict Basel unter Federführung des Baudepartements des Kantons Basel-Stadt die Austragung einer Internationalen Bauausstellung, IBA Basel 2020, vor. Definitive Entscheide zur Durchführung der IBA Basel 2020 werden für Ende 2008 erwartet. Basierend auf Erfahrungen vergangener und aktueller Internationaler Bauausstellungen in Deutschland sowie umfangreichen Vorarbeiten der Geschäftsstelle des Trinationalen Eurodistricts Basel wurde im März 2008 der erste Memorandumsentwurf “IBA Basel 2020 – Trinationale Stadtregion entdecken” veröffentlicht. Der Entwurf wurde im Rahmen von Veranstaltungen, die während der Ausstellung “Auf dem Weg zur IBA Basel 2020” und “IBA meets IBA” im April und Mai 2008 stattfanden, diskutiert. Dieser Artikel nimmt Bezug auf die Veranstaltungen “Hochschullabor” vom 22. April 2008 und “Workshop mit internationalen Experten” vom 24.–25. April 2008 und stellt die wesentlichen Diskussionsergebnisse und weiterführenden Überlegungen jeweils kurz dar.


Städtebauliche Qualifizierungsstrategien für Stadt und Region: Den Wandel gestalten!

Christa Reicher

Die sich wandelnden demographischen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen stellen die Städte und Regionen vor neue Herausforderungen, insbesondere auch hinsichtlich einer Weichenstellung für ihre mögliche Zukunft.
Wie kann nun die Stadtentwicklung, aber auch der Städtebau, auf den sich abzeichnenden Wandel reagieren und ihn konstruktiv gestalten? Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Qualifizierungsstrategie ist ein differenziertes Verständnis einer neuen Urbanität, ebenso wie eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Regionalisierung von Stadtentwicklung. Eine reine Fokussierung von Planung auf den gebauten Raum reicht heute und zukünftig nicht aus, um Qualitätsziele umzusetzen. Diese muss einhergehen mit einer entsprechenden Partizipation und Kommunikation, seien es Moderationsverfahren, Marketing- oder Brandingstrategien, die es schaffen, die Zukunftsbilder bei den Akteuren und den Menschen zu verankern.


Standortmarketing im Standortwettbewerb – integriertes Standortmarketing für Basel

Sabine Horvath

Standortmarketing für Basel ist heute nicht mehr wegzudenken. Standortmarketing und eine erfolgreiche Positionierung gewinnen aufgrund einer zunehmenden Internationalisierung der Standorte und einer Intensivierung des Standortwettbewerbes an Bedeutung. Eine strategische Ausrichtung für Standorte (“Basel 2020”) bildet die Basis für ein integriertes Standortmarketing und ein effizientes Beziehungsmanagement. Ein integrierter Ansatz und die konsequente Ausrichtung auf die Hauptzielgruppen und Hauptzielmärkte führen zu einer Bündelung der Kräfte und damit zu einer effektiven Nutzung von Synergiepotenzialen. Die Vernetzung und Koordination der verschiedenen Akteure muss als zentraler Auftrag des Standortmarketings bezeichnet werden. Gleichzeitig gewinnen die Aussenwirkungen an Bedeutung, was sich in der zunehmenden Gewichtung von Standortbewertungen und der stärkeren Gewichtung von weichen Faktoren widerspiegelt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Aussenwahrnehmung zur (vermeintlichen) Realität wird. Des Weiteren wird die Anziehungskraft der (Wirtschafts-)Standorte für hochqualifizierte Arbeitskräfte zu einem wichtigen Faktor bei der Beurteilung der Entwicklung von Wirtschaftsstandorten (“Kampf um Talente”). Dies verlangt eine konzertierte inhaltliche Ausrichtung und Ausstrahlung auf verschiedene geographische Räume (regional, national, trinational und international) sowie eine professionelle Erfassung. Mit einem neu geschaffenen Bereich “Aussenbeziehungen & Standortmarketing” im künftigen Präsidialdepartement wird im Kanton Basel-Stadt diesen Entwicklungen Rechnung getragen. Gleichzeitig werden damit gute Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung des Standortmarketings und der Aussenbeziehungen geschaffen.


Stadt und Region als Marke – Zur Markenvielfalt in Südbaden

Conny Mayer-Bonde

Der vorliegende Beitrag zeigt die besonderen Herausforderungen bei der Markenführung von Dienstleistungen auf und überträgt diese auf Städte und Kommunen. Es wird die Region Südbaden untersucht, um zu beurteilen, ob und wie Städte und Regionen professionelle und systematische Markenführung betreiben. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in Südbaden zahlreiche Städte und Regionen über ein engagiertes Stadtmarketing verfügen. Eine systematische und professionelle Markenführung lässt sich nach einer ersten Studie lediglich bei der Ferienregion Schwarzwald erkennen.


Weil am Rhein – Imagewandel eines Grenzortes durch den Einsatz strategischer Stadtmarketinginstrumente

Marc Funk

Die Oberrheinregion gehört zu den wirtschaftlichen Kernräumen der EU und besitzt Vorbildcharakter für die Zusammenarbeit in einem Europa der Regionen. Die Zunahme der grenzübergreifenden Verflechtungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft führt immer mehr zur Ausbildung eines gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraumes. Neue Kooperationsmodelle wie etwa die Gründung von Eurodistrikten setzen zudem wichtige Impulse für eine gemeinsame Regionalpolitik über die Grenzen hinweg. Die Stadt Weil am Rhein nimmt aufgrund ihrer geographischen Lage im Dreiländereck eine wichtige Brückenfunktion ein. Die Grenzlage zu Frankreich und der Schweiz hat sich mittlerweile zu einem entscheidenden Standortfaktor entwickelt. Darüber hinaus hat der konsequente Einsatz strategischer Stadtmarketinginstrumente zu einem positiven Imagewandel geführt, der die Vermarktungsaktivitäten der Kommune nachhaltig erleichtert.


Kommunale Wirtschaftsförderung als Motor dynamischer Partnerschaftsbündnisse von Schulen und Wirtschaft

Diana Stöcker

Um die Kluft zwischen den Anforderungen der Wirtschaft und dem Bildungsstand der Schülerinnen und Schüler zu überbrücken, müssen Schule und Wirtschaft in Partnerschaftsbündnissen eng zusammenarbeiten. Dabei bedarf es eines professionellen Projektmanagements, welches einerseits die Moderatorenrolle einnimmt und andererseits Impulsgeber ist. Die Innocel Innovations-Center Lörrach GmbH, Wirtschaftsförderung übernimmt das Management solcher Projekte und bringt Schulen und Unternehmen zusammen. Als Beispiel wird das Projekt “phaenovum” – Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck beschrieben.


Der Gewerbeimmobilienmarkt der Trinationalen Agglomeration Basel unter Berücksichtigung der Teilmarktstrukturen

David Schoch

Der Beitrag befasst sich mit der Frage, inwiefern die nationalen Grenzen auf die Gewerbei-mmobilienmarktstrukturen der Trinationalen Agglomeration Basel (TAB) einwirken und ob eine trinationale Integration des Marktes für Gewerbeflächen überhaupt besteht. Dabei stellt sich heraus, dass die Grenzen auf die einzelnen Teilmärkte unterschiedlich starke Filterwirkungen ausüben und sich demzufolge auch die Investitionsflüsse bzw. die Bautätigkeit in ihrer räumlichen Ausprägung unterschiedlich verhalten. Während der Markt der Einzelhandelsimmobilien über die Grenze hinweg eine gewisse Dynamik entfaltet, ist der Markt der Büroimmobilien und der Immobilien für die wissensintensive Industrie durch starke räumliche Friktionen geprägt. Auf der Ebene der TAB bleibt deshalb genau zu beobachten, welche Gebiete sich als Gewinner und Verlierer im Stadtgefüge positionieren und wo allenfalls Massnahmen der Raumplanung und des Stadtmanagements zu ergreifen sind.


Optimale Stromeinkäufe durch raumbezogene Verbrauchsprognosen

Michael Gysi

Dieser Beitrag befasst sich mit den Einflussfaktoren für eine optimale Prognoseberechnung des Stromverbrauchs auf regionaler bis lokaler Ebene, wobei kantonale und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden. Einbezogen in Modellrechnungen zeigen diese Faktoren den Weg zu einer optimalen Stromversorgung einerseits und einer Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Energiewirtschaft andererseits. Strom-verbrauchsprognosen für Elektrizitätsversorgungsunter¬neh¬mungen lassen sich durch den Einbezug räumlicher Aspekte, wie beispielsweise den unterschiedlichen strukturellen Merkmalen verschiedener Regionen, optimieren. Zudem werden durch die kommende Marktliberalisierung in der Schweiz höhere Qualitätsansprüche an Verbrauchsprognosen gestellt. In der Summe ergibt sich hier ein Bild davon, wie Unternehmen der Privatwirtschaft einen Beitrag zum nachhaltigen Stadt- und Regionalmanagement leisten und wie sich Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von (Planungs-)Regionen innerhalb sorgfältig definierter Perimeter ergänzen können.