|
Vergangenheit Gegenwart Zukunft. Fachdidaktik Geographie an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW)
Dieter Opferkuch
Im Rahmen des Zusammenschlusses zahlreicher nordwestschweizerischer Fachhochschulen zur Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde 2006 als eine von neun Hochschulen die Pädagogische Hochschule (PH FHNW) gegründet. Ab Herbstsemester 2009 bietet diese neu konzipierte Ausbildungslehrgänge für alle Richtungen an, so auch für die Sekundarstufe I und II. Aus diesem Grund werden gegenwärtig die Fachdidaktik-Inhalte aller Fächer auch diejenigen der Geographie aktualisiert. Aus Anlass dieser Neuausrichtung erfolgt eine Standortbestimmung. Da gegenwärtiger Unterricht in Inhalt und Durchführung von fachlichen und fachdidaktischen Strömungen früherer Epochen beeinflusst ist, skizziert der Artikel einige Hauptlinien seit Ende des 19. Jahrhunderts sowie aktuelle Fragestellungen wie Nachhaltigkeit und Bildungsstandards. Dies bildet die Grundlage zum Verständnis der im letzten Teil umrissenen Leitideen und Konzeptionen der vorgesehenen Geographie-Fachdidaktik-Ausbildung an der PH FHNW.
Lernen mit Luft- und Satellitenbildern im Geographieunterricht eine fernerkundungsdidaktische Betrachtungsweise
Monika Reuschenbach
Seit kurzer Zeit liegt ein Konzept vor, das die Integration von Fernerkundungsdaten, besonders von Luft- und Satellitenbildern, in den Geographieunterricht vorstellt. Es zeigt auf, welche Kompetenzen bei der Arbeit mit Luft- und Satellitenbildern erworben werden können. Dabei gilt auch zu berücksichtigen, dass nicht die Disziplin Fernerkundung im Vordergrund steht, sondern deren Einbettung in Lehrplanthemen des Geographieunterrichts. Erste Einschätzungen zur visuellen Kompetenz von Schüler/-innen runden den Beitrag ab.
Der Einsatz von Geographischen Informationssystemen (GIS) an Schweizer Gymnasien
Carmen Treuthardt Bieri
Der Einsatz von Geographischen Informationssystemen (GIS) im Unterricht der Sekundarstufe II steckt noch in einer Pionierphase. Die Technologie ist an Gymnasien relativ neu und noch wenig erprobt. So hängt das Arbeiten damit stark vom Willen und Engagement der einzelnen Geographielehrperson ab. Bei Schülern und Schülerinnen ist die Arbeitsweise mit GIS, da sie sich doch wesentlich vom herkömmlichen Unterricht unterscheidet, sehr beliebt. Im folgenden Artikel soll aufgezeigt werden, weshalb GIS im Geographieunterricht in Zukunft immer wichtiger wird und wie auf gymnasialer Ebene mit GIS-Programmen gearbeitet werden kann.
Geographie als Ergänzungsfach Chance für Schüler und Lehrkräfte am Gymnasium
Christoph Wüthrich
Der Artikel gibt Auskunft über pädagogische Ziele, Stundendotation und Lehrpläne des Ergänzungsfachs Geographie in der Basler Region. Es wird gezeigt, dass momentan an den Gymnasien sowohl länderkundliche (regionale) wie auch thematische Geographie mit unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet wird. Gemeinsam ist, dass im Vergleich zum Regelunterricht vermehrt “Erweiterte Lernformen” und “Ausserschulische Lernorte” zum Einsatz gelangen. Die Schülerschaft übt Kompetenzen wie Recherchieren, Analysieren, Texte verfassen und Vortragen. Sie entwerfen Exkursionen, leiten diese selbst und moderieren Diskussionen. Das Ergänzungsfach ermöglicht individuelle Rückmeldungen über die Verbesserungspotenziale der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Die “Erweiterten Lernformen” werden von der Schülerschaft als Stärke des Ergänzungsfachs gesehen. Die Lehrkräfte selbst schätzen den Stellenwert des Ergänzungsfachs für sich selber als sehr hoch ein und schöpfen daraus Motivation für den Regelunterricht. Ein wichtiges Fazit dieses Artikels besteht darin, dass dem Ergänzungsfach Sorge getragen werden muss, indem der Besuch “Ausserschulischer Lernorte” gefördert, kleine Lerngruppen zugelassen und die Vielfalt der Ergänzungsfächer durch ein sachliches Wahlverfahren ermöglicht werden. Die Geographie eignet sich besonders gut als Ergänzungsfach, da sie über die Aktualität, Vielfalt und Erschliessbarkeit der möglichen Themen rasch einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerschaft herstellen kann.
Say it in English! Geographie lernen und lehren im immersiven Unterricht ein Erfahrungsbericht
Kornelija Karabin
Vor einigen Jahren haben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft durch die Einführung des Immersionsunterrichts auf gymnasialer Ebene die Türen zur zweisprachigen Maturität geöffnet. Dieses Ausbildungsangebot, das ein vertieftes Fremdsprachenlernen ermöglicht, indem Sachfächer wie z. B. Geographie in einer Fremdsprache unterrichtet werden, erfreut sich zunehmend grosser Beliebtheit. Immer mehr Schülerinnen und Schüler wollen die Vorteile des Immersionsunterrichts für sich nutzen. Schliesslich werden von ihnen häufig sowohl auf ihrem weiteren Bildungsweg als auch später im Berufsleben erhöhte Ansprüche im Bezug auf ihre Fremdsprachenkenntnisse erwartet. Gerade zu Beginn des Immersionsunterrichts scheint aber die Fülle der Neuerungen, die vermeintlich auf die Schülerinnen und Schüler sowie auf die Lehrkräfte zukommt, noch allseits Sorgen zu bereiten. Doch kaum sind die ersten Erfahrungen mit dem fremdsprachlichen Sachfach Geographie gemacht, erweisen sich diese Sorgen als unbegründet. Gemäss dem Motto “doing by learning” zeichnen sich rasch erste Erfolge mit der neuen Unterrichtsform ab, die zwar alle Beteiligten fordert, doch auch grossen Spass macht und Abwechslung in den Schulalltag bringt.
Multimediale Lernobjekte im Geographieunterricht
Thomas Wenger
Der Einsatz von Multimedia im Unterricht führt zu nachweislich besseren Leistungen. Am Beispiel einer Unterrichtseinheit über den Klimawandel (Fachgebiet Geographie) wird gezeigt, wie Multimedia mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) in das Klassenzimmer gebracht werden könnte. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Animationen, Audio- und Videodateien sowie mit Texten aus dem Schulbuch und dem Internet. Der Computer tritt als Lernumgebung gleichberechtigt neben die traditionellen Methoden und schafft bei entsprechender Vorbereitung einen Mehrwert. Das Beispiel will Mut machen, ICT als Lernumgebung im Geographieunterricht einzusetzen.
|