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Landwirtschaft in der RegioTriRhena Trends, Perspektiven, Defizite
Ernst-Jürgen Schröder
Das Tempo des Strukturwandels in der Landwirtschaft hat sich in jüngster Zeit in allen Teilräumen der RegioTriRhena vor dem Hintergrund der ökonomischen Herausforderungen der Globalisierung und der EU-Osterweiterung deutlich erhöht. Dennoch bleibt der primäre Sektor trotz auch zukünftig fallender Beschäftigten- und Sozialproduktanteile weiterhin der flächenwirksamste Wirtschaftsbereich und zeugt von hoher Entwicklungsdynamik und Anpassungsfähigkeit.
Zukunftsperspektiven des Obst- und Gemüsebaus in Südbaden
Michael Würth
Das südbadische Obst- und Gemüseanbaugebiet liegt klimatisch begünstigt in der Rheinebene mit dem klaren Standortvorteil der Frühzeitigkeit und einer langen Vegetationszeit. Überregionale Bedeutung besitzt das traditionelle Anbaugebiet bei Kirschen, Erdbeeren, Zwetschgen und Spargel. Der Anbau erfolgt überwiegend in kleinstrukturierten Familienbetrieben mit stark ausgeprägter Direktvermarktung. Flächenstarke Grossbetriebe bilden die Ausnahme. Der globale Wettbewerb und die Vermarktungsstrukturen beeinflussen entscheidend die Zukunftsperspektiven der Obst- und Gemüsewirtschaft. Der südbadische Obstbau mit seinen regionalen Spezialitäten sowie gut funktionierenden Vermarktungseinrichtungen ist zukunftsträchtig. Im Gemüsebau behindern unterentwickelte Vermarktungsstrukturen bei fehlender Marktbündelung eine dynamische Fortentwicklung des Anbaugebietes.
Bewässerungsfeldbau am Oberrhein
Cornelia Korff
In der Oberrheinebene hat sich eines der grössten zusammenhängenden Beregnungsgebiete Baden-Württembergs entwickelt. Feldberegnung als unerlässliche Massnahme der Sicherung bzw. Steigerung von Erträgen und Qualität ist gleichermassen Bedingung und Folge der Spezialisierung auf Mais und Sonderkulturen. Beregnung ist eine erfolgreiche Strategie der Risikominimierung und Erhaltung der unter Druck stehenden landwirtschaftlichen Betriebe.
Veränderungen im Weinbau Badens in jüngerer Zeit
Rolf Steiner
Die mit Keltertrauben bestockte Rebfläche in Baden hat nach dem EU-weiten Anbaustopp von 1984 seit 1991 durch ein EU-Rodungsprogramm leicht abgenommen, durch die Zuteilung von Pflanzungsrechten ab 1997 jedoch wieder etwas zugenommen. Der Rotweinanteil stieg stetig auf 44.6 %, mit dem Blauen Spätburgunder als wichtigster Rotweinsorte. Zusammen mit den weissen Rebsorten Grauburgunder und Weissburgunder hat das Burgunderland Baden einen Burgunderanteil von 54.4 %. Neue Rebsorten haben einen begrenzten Anteil an der Rebfläche.
Der Elsässische Weinbau unter internationalem Wettbewerbsdruck
Rudolf Michna
Französische Weinproduzenten leiden unter Überproduktion und dem sinkenden Absatz auf dem nationalen wie auch auf dem internationalen Markt. Im Elsass, das auf qualitativ hochwertige Weissweine spezialisiert ist, haben die Ausdehnung der Rebflächen und die Erhöhung der Produktion nicht die erwartete Erhöhung der Verkäufe gebracht: Von 1999 bis 2006 sind die Verkäufe im Inland wie auch im Export gesunken. In der Folge dieser Krise haben elsässische Weinproduzenten verschiedene Massnahmen ergriffen, wie z. B. die Reorganisation der Vertriebs- und Marketingstrukturen.
Vom Land- zum Energiewirt
Bernhard Mohr
Die prekäre Einkommenssituation vieler Landwirte zwingt zur Erschliessung immer neuer Verdienstquellen. Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof, Pferdepension, Biotoppflege sind solche Beispiele. Hinzugekommen ist in jüngster Zeit die Energiegewinnung über die frühere Eigenbedarfsdeckung hinaus. Aus Wind- und Wasserkraft, aus Biomasse und über Solaranlagen wird erneuerbare Energie für den Wärme-, Strom- und Treibstoffmarkt produziert. Flankiert von staatlichen Fördermassnahmen nutzen zahlreiche Landwirte in Südbaden die gebotenen Chancen.
Zur Attraktivität ländlicher Siedlungen im Umland von Basel
Jörg-Wolfram Schindler
Bei der seit längerem zu beobachtenden positiven Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum Baden-Württembergs spielt der Attraktivitätsfaktor “Wohnung” bzw. “Wohneigentum” für Wandernde eine zentrale Rolle. Allerdings wird innerhalb der Raumkategorie um diesen Faktor inzwischen heftig gerungen. Das Beispiel Schliengen zeigt, wie durch geschicktes raumwirksames Handeln entscheidende Konkurrenzvorteile erzielt werden können. Die Gemeinde setzt neben einem vergleichsweise niedrigen Quadratmeter-Verkaufspreis gleichsam als weichen Attraktivitätsfaktor ihr Bildungsangebot ein, um vor allem jüngere Familien mit Kindern zur Ansiedlung zu bringen.
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