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Bäume in der Stadtgestaltung. Bäume im städtischen Umfeld als Bestandteil des Stadtbildes
Emanuel Trueb
Bäume im städtischen Umfeld entfalten für die Menschen in der Stadt eine ganz besondere Wirkung. Sie werden als integraler Bestandteil des öffentlichen Raums wahrgenommen und gehören zum Raumgefüge. Neben der ökologischen und klimatischen Wirkung entfalten Bäume in der Stadt und ganz besonders im öffentlichen Raum eine den Jahreszeiten entsprechende räumliche Wirkung. Sie schaffen Identität, bilden eine emotionale Komponente im Stadtbild, sind lebende Zeitzeugen und zeichnen die Stadtentwicklung nach. Besonders seit der Schleifung der Stadtbefestigung wurden in Basel eigenständige Formen der Stadtdurchgrünung mittels Bäumen entwickelt. Neue Formen werden auch heute im Rahmen der Stadtentwicklung gesucht und erprobt. In den naturbelassenen Gebieten, im Wald und bei der spontanen Versamung von Bäumen kommt eine erkennbare Dynamik der Stadtnatur zur Entfaltung und Wirkung.
Bäume in den historischen Parks und Gartenanlagen
Markus Schmid
Zur Zeit der Gartenausstellung Grün 80 in Münchenstein/Basel fand durch die Denkmalpflegen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft der Gedanke auch in unserer Region Verbreitung, dass historische Gärten und Parks Kulturgüter sind. Die ältesten Bäume in Parks und Gärten sind 100200 Jahre alt. Solch bejahrte Exemplare sind, soweit sie in die Parks passen, Stimmungsträger für das Historische, so dass mit Vorteil die Substanz der Pflanze möglichst lange erhalten werden soll. In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft werden seit einiger Zeit Bewertungen von Gehölzen bei historischen Park- und Garten-Anlagen angeregt und durchgeführt. Dabei wird der Baumbestand analysiert und gewichtet und ein für die Erhaltung der Bäume geeignetes zeitbezogenes Massnahmenpaket den zuständigen Stellen weitergegeben. Mit diesem Instrument wird den Bäumen Sorge getragen, indem mit der richtigen Etappierung zwischen Schnitt, baumchirurgischem Eingriff und einer eventuellen Neupflanzung die richtige Bedeutung der Bäume und Gehölze zugemessen wird. Mit zusätzlichen Aktionen im Gartenjahr 2006 wurde gerade in letzter Zeit dem Thema in unserer Region das nötige Gewicht gegeben.
Stadtbäume und Naturschutz. Förderung der Artenvielfalt durch einheimische Baumarten
Thomas Schwarze
Bäume in der Stadt sollten von verantwortungsbewussten Planern nicht nur aus gestalterischen Gründen gepflanzt werden. Besonders im dicht bebauten Kanton Basel-Stadt spielen sie auch eine wichtige Rolle für die Umweltbildung und den Naturschutz. Hierbei kommt den einheimischen Baumarten eine besondere Bedeutung zu, da sie viel mehr Tieren einen Lebensraum bieten als fremdländische Arten. Auch das Alter der Bäume ist wichtig. Wo es die Sicherheit erlaubt, sollten grosse Bäume so lange wie möglich erhalten werden, da sie eine höhere Artenvielfalt aufweisen als junge Bäume und von vielen Einwohnern als ehrwürdige Naturobjekte sehr geschätzt werden. Fremdländische Baumarten sollten nur ergänzend oder dort gepflanzt werden, wo extreme Standortbedingungen den Einsatz einheimischer Arten nicht erlauben.
Bäume in der Stadt mehr als nur Natur
Daniel Blumer, Heike Oldörp und Wendy Altherr
Bäume sind Sinnbilder des Lebens. Sie sind in der Stadt- und Grünplanung traditionelle und wichtige Gestaltungselemente. Mit einer repräsentativen Untersuchung und ergänzenden qualitativen Befragungen wurde die Wertschätzung von Bäumen und städtischer Natur erfasst. Wir konnten drei Aspekte identifizieren, die die Wertschätzung prägen: visuelle Präsenz, Symbol für Leben und Nutzen für die Stadtbewohner. Dieser kulturhistorische und emotionale Hintergrund scheint für die aktuellen Diskussionen um Baumfällungen besonders wichtig zu sein.
Das Leben und das Überleben von Bäumen in der Stadt Basel
Walter Flückiger und Sabine Braun
Seit 1984 wird jeweils das gleiche Baumkollektiv von ca. 500 Bäumen jedes Jahr auf seinen Vitalitätszustand hin untersucht. Zusätzlich werden weitere 200500 Bäume in die Untersuchungen einbezogen, so dass in den letzten 22 Jahren alle Alleebäume und die meisten Parkbäume mindestens einmal begutachtet wurden. In den achtziger Jahren wiesen 3050 % der Alleebäume einen schlechten Kronenzustand auf (Verlichtung >25 %). In den neunziger Jahren verbesserte sich ihr Zustand deutlich, aber seit den letzten fünf Jahren steigt das Schadensausmass wieder an. Bäume in Baumscheiben sind stärker verlichtet als in Rabatten und weisen einen höheren Parasitenbefall auf. Entsprechend wirkten sich die Bemühungen der Stadtgärtnerei, Baumscheiben in Rabatten umzuwandeln, positiv auf den Kronenzustand aus. Ein besonderes Problem stellen die neu eingeschleppten Schädlinge und Krankheitserreger dar, wie u. a. die Platanennetzwanze Corythucha ciliata oder die Rosskastanienminiermotte Cameraria ohridella sowie die pathogenen Pilze Sphaeropsis sapinea, Botryosphaeria obtusa und B. dothidea sowie Massaria platani. Streusalzschäden waren in den siebziger und achtziger Jahren ein Problem und verschwanden dann mit der sparsameren Anwendung von Streusalz weitgehend aus dem Strassenbild. Seit Streusalz wieder hemmungsloser eingesetzt wird, sind die Salzschäden wieder am Zunehmen. Die bei Tiefbauarbeiten verursachten Wurzelschädigungen bei Alleebäumen, oft gefolgt von Wurzelfäulnis, können zu einem erheblichen Vitalitätsverlust der Bäume führen, ja gar ein Fällen nötig machen. Besonders empfindlich ist diesbezüglich die Platane.
Die Baslerinnen und Basler und ihre Bäume: Private Bestrebungen für städtisches Grün
Jost Müller und Linda Stibler
Basel geniesst den Ruf einer grünen Stadt. Doch in den Sechzigerjahren gerieten die Grünzonen und der Baumbestand durch Bautätigkeit und Strassenbau unter Druck. Es waren umweltbewusste Bürger, die dieser Zerstörung mit einer Volksinitiative Einhalt geboten: Basel erhielt ein fortschrittliches Baumgesetz. In jüngster Zeit wird dieses Gesetz aber sinnwidrig interpretiert. Das führt wiederum zu Konflikten von Bevölkerung, Naturschutzorganisationen und den zuständigen Behörden.
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