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Zur Entwicklung des Verkehrswesens in der Regio TriRhena
Dieter M. Opferkuch
Die Oberrheinische Tiefebene als Ganzes und die RegioTriRhena im Besonderen liegen im Brennpunkt des europäischen Wirtschafts- und Verkehrsgeschehens. Infolge der Lagegunst des Gesamtraums und des sich kommunikationsmässig verdichtenden Beziehungsgeflechts zwischen den einzelnen dezentralen Zentren hat das Verkehrswesen seit den 1980er Jahren auf internationaler, regionaler und lokaler Ebene ein enormes Wachstum resp. massive Veränderungen erlebt. Die nachfolgende Übersicht verfolgt die wichtigsten Neuerungen im Bereich Schienen-, Strassen-, Luft- und Wasserverkehr. Dabei kommt sie mit einem Blick auf die nahe Zukunft zum Schluss, dass sich die Angebote sowohl bezüglich Frequenz als auch Transportkapazitäten praktisch in allen Bereichen massiv verbessert haben. Dies gilt insbesondere für die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Angesichts der zu erwartenden grossen Wachstumsraten im zunehmenden Nord-Süd-Verkehr nach Eröffnung des Lötschberg- und Gotthardbasistunnels muss sich künftige Verkehrspolitik vermehrt und bewusst darauf einstellen, sowohl die Verkehrsbedürfnisse zu befriedigen als auch den Wunsch nach Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität als legitimes Recht mündiger Bürger zu achten.
Agglomerationsverkehr Basel - Ziele, Trends und Strategien
Maria Lezzi
Mobilität bringt Vorteile, doch sind sie grenzüberschreitend nicht überall und allzeit erlebbar. Die Nachteile von zuviel Mobilität zeigen sich heute und erst recht bei der Trendentwicklung. Die Agglomeration Basel braucht dringend noch bessere Koordination von Siedlungs- und Verkehrplanung, gemeinsame Schwerpunktsetzungen und ergebnisorientierte, grenzüberschreitende Kooperationsarbeit. Ohne die angekündete Bundeskofinanzierung für prioritäre Verkehrsprojekte fehlt auch ausländischen Nachbarn gegenüber ein überzeugendes Anreizmotiv. Mit dem mehrstimmigen “Agglomerations-Chor” will man sich deshalb mehr Gehör jenseits des Juras, in Berlin oder Paris verschaffen. Agglomerationspolitik ist mehr als Verkehr. Unzählige Bemühungen weisen im Raum Basel in diese Richtung. Jetzt fehlt aber noch, dass sie integrierender bearbeitet und als weitere Module der Agglomerationspolitik Basel kommuniziert werden.
S-Bahn TriRhena - Stand und Visionen
Marti Haag, antje Hammer und Uwe Schade
Im südlichen Teil des Oberrheingebietes bestehen heute grenzüberschreitend drei Systeme im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): die trinationale Regio-S-Bahn rund um Basel, die Breisgau-S-Bahn mit dem Zentrum Freiburg sowie das TER-System (Transport express régional) im Elsass. Der Schienenpersonennahverkehr wird in den Städten und Regionen vielfach durch Strassenbahn- und Bussysteme zu einem attraktiven integrierten ÖPNV-Angebot ergänzt. Es fehlt allerdings heute noch an der Vernetzung dieser regionalen Ansätze zu einer echten grenzüberschreitenden S-Bahn TriRhena. Die Perspektiven dieses für die Zukunftsfähigkeit des Oberrheinraumes unerlässlichen öffentlichen Verkehrssystems sind zum einen von Massnahmen zum Ausbau des Schienenverkehrs abhängig. Um dem Ziel einer “S-Bahn TriRhena” näher zu kommen, müssen aber insbesondere auch die Hemmnisse und Brüche bei Angebot, Tarif, Vertrieb und Information abgebaut werden.
Perspektiven des öffentlichen Verkehrs in Basel
Alain Groff
Der öffentliche Verkehr in Basel geniesst hohes Ansehen, wird gut frequentiert und profitiert von einer günstigen Siedlungsstruktur in Stadt und Agglomeration. Dennoch steht er für die Zukunft vor grossen Herausforderungen. Wachstumspotenzial im grenzüberschreitenden Verkehr und bei der Regio-S-Bahn einerseits, finanzieller Druck auf die öffentlichen Budgets andererseits prägen das Bild. Hat Basel den Mut zu einem großen Wurf? Wird die Regio-S-Bahn in absehbarer Zeit die Basler Innenstadt an die Regio anbinden? Dies ist wohl die spannendste Zukunftsfrage, denn dass die Kommunikationstechnologie grosse Sprünge machen wird, steht wohl so schon fest.
Die Wirtschaftsregion Basel / Mulhouse / Freiburg - Drehscheibe eines nachhaltigen intermodalen Güterverkehrs?
Ernst-Jürgen Schröder
Die grenzüberschreitende RegioTriRhena bleibt mit dem Rhein als Richtungsgeber der Hauptverkehrsachsen auch zukünftig strategisch wichtigster Transitkorridor und grösste Güterverkehrsdrehscheibe zwischen dem Ruhrgebiet und Norditalien. Ausgelöst wurde diese Entwicklung letztlich durch die 1225 in Dienst gestellte mittlere Rheinbrücke zwischen Kleinbasel und Grossbasel, die für lange Zeit die erste und einzige feste Rheinquerung zwischen dem Bodensee und der Rheinmündung war. Nach der EU-Osterweiterung wird vor allem im Transitverkehr das Güteraufkommen stark wachsen. Der Aus- und Neubau der Hauptmagistralen zur Vergrösserung ihrer Frachtkapazitäten sowie freier Marktzugang zum europäischen Schienennetz sind dabei entscheidende Garanten für eine nachhaltige Bewältigung der Güterverkehrsmengen.
Bahn- und Busbetrieb im Solothurnischen Bezirk Thal: eine nutzer- und angebotsorientiere Untersuchung
Pascal Straub
Im Solothurner Bezirk Thal hat der grosse Fahrplanwechsel im Dezember 2004 zu einer Verbesserung der Bahn- und Busverbindungen im Binnenverkehr und zu einer Verschlechterung der Anschlüsse an den nationalen Fernverkehr geführt. Eine schriftliche Befragung zum Thema Öffentlicher Verkehr im Thal, die im Rahmen einer Lizentiatsarbeit durchgeführt wurde, zeigte auf, dass eine grosse Diskrepanz zwischen Stellenwert (sehr hoch) und effektiver Nutzung (teilweise tief) von Bahn und Bus besteht. Es konnte festgestellt werden, dass der Binnenverkehr von marginaler, die Schnellzuganschlüsse in Oensingen hingegen von übergeordneter Bedeutung für das Thal sind. Insgesamt kann man festhalten, dass es in Zukunft keinen grundlegenden Abbau des Angebotes des öffentlichen Verkehrs geben sollte.
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