GEOGRAPHISCH - ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL

SOCIETE DE GEOGRAPHIE ET
D ETHNOLOGIE DE BALE

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47/3 2006: Alter(n)

50 plus – das Alter in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik

Arthur Scherler

Ältere Menschen brauchen das nötige Umfeld, um eigenständig und selbstbestimmend älter zu werden. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind daher gefragt, sie in diesem Bestreben, autonom bis ins hohe Alter zu leben, zu unterstützen. Dazu benötigen sie eine verantwortungsvolle Beschäftigung und Gesetze, die das Alter nicht diskriminieren.


Bevölkerungswachstum und demographische Alterung: ein Blick in die Zukunft. Hypothesen und Ergebnisse der Bevölkerungsszenarien für die Schweiz 2005–2050

Werner Haug

Der Beitrag stellt die Hypothesen zur künftigen Entwicklung von Kinderzahl, Sterblichkeit und Migrationen vor, die den neusten Bevölkerungsszenarien für die Schweiz für die Zeit bis 2050 zugrunde liegen. Im Referenzszenario wird bis 2036 mit einem weiteren Anstieg der Bevölkerung von heute 7.5 auf 8.2 Mio. Einwohner gerechnet. Das Bevölkerungswachstum betrifft aber ausschliesslich die über 45-Jährigen und insbesondere die älteren und hoch betagten Menschen. Die Beschleunigung der demographischen Alterung ist in allen Szenarien der prägende Faktor, welcher auch die Erwerbsbevölkerung erfasst und durch die Zunahme der Rentner/innen zu einem deutlichen Rückgang der Erwerbsquote führt. Dem steht auf der andern Seite ein Anstieg des Bildungsstandes und damit des Humankapitals der Bevölkerung gegenüber


Die alternde Gesellschaft – Ausmass und Dynamik des Alterns aus statistischer Perspektive

Khanh Hung Duong

Durch den abnehmenden Trend der Geburtenzahl pro Frau seit den 1960er Jahren und einer anhaltenden Zunahme der Lebenserwartung wird die demographische Alterung der Schweizer Bevölkerung voranschreiten. Über die Folgewirkungen dieser Entwicklung auf Gesellschaft und Wirtschaft wird kontrovers diskutiert. Besonders weit auseinander gehen die Meinungen bei den Auswirkungen des Alterns auf die sozialen Versorgungssysteme. Der vorliegende Beitrag skizziert die Faktoren der demographischen Alterung in der Schweiz und in Basel aus statistischer Perspektive. Die Alterung der Bevölkerung wird dabei nicht als Problem, sondern als Herausforderung begriffen, zu deren Bewältigung es realistischer Statistikgrundlagen und Analysen bedarf. Der Artikel soll dazu beitragen, das Thema “Alter” sachlich und sachgerecht in der Gesellschaft zu verankern.


For ever young – Einfluss der Demographie auf die Sozialräume  und auf die Alterspolitik in Gemeinden

Alfred Stingelin

Ewige Jugend und ein langes Leben: Fluch oder Segen? Haben die Stakeholder, d. h. die Interessens- und Anspruchsgruppen in den Gemeinden den richtigen Blickwinkel und das notwendige Urteilsvermögen, um die Fragen und Herausforderungen zu erkennen, die ein Bevölkerungsteil von bis 30 % Senioren mit sich bringt? Leider zielt die bestehende kommunale Alterspolitik an den aktiven Erwachsenen im Rentenalter vorbei und beschäftigt sich als Alterspflegepolitik ausschliesslich mit 5 bis 7 % der Rentnerbevölkerung, welche pflegebedürftig und zumeist betagt bis hoch betagt ist. Moderne Alterspolitik setzt die Herleitung neuer Altersbilder und die Definition neuer Sozialräume voraus. Dazu ist die Mitsprache und die Initiative aller Beteiligten und Stakeholder gefordert: der Gemeinden, der Dienstleister – deren Markt (auch) der Seniorenmarkt ist - der Vertreter der Generationen, insbesondere aber die Mitsprache der älteren Generationen selbst.


Städtische Umwelt im Alter: Präferenzen älterer Menschen zum altersgerechten Wohnen

Rita Schneider-Sliwa

Wohnbedürfnisse und Wohnzufriedenheit sind wichtige Bewertungskriterien der Lebens- und Wohnqualität. Dieser Artikel fasst einige Ergebnisse aus einer Studie zum Wohnen im Alter aus Sicht von 3’248 befragten Personen zwischen 65 und 85 Jahren zusammen. Die Studie sollte helfen, das Thema “Wohnen im Alter” neu ins Bewusstsein sowohl der Gesellschaft als auch der zuständigen Entscheidungsträger zu bringen, überholte Annahmen zu revidieren und den Blick für die vielen wichtigen Details in diesem Bereich zu schärfen.


Alterspolitik im Kanton Basel-Stadt: von der Alterspflegepolitik zur Alterspolitik

René Fasnacht

Die Alterspflegepolitik des Kantons Basel-Stadt gehört mit ihren Zielsetzungen, ihren strukturierten Vernetzungen und der rollenden, vorausschauenden Bedarfsplanung des notwendigen Angebots gesamtschweizerisch zu den fortschrittlichsten. Hilfe und Pflege zu Hause steht nach wie vor bei allen Unterstützungsangeboten im Vordergrund, entsprechend der staatlichen Aufgabe, für die Schwächsten Sorge zu tragen. Die neu zu definierende Alterspolitik geht von einer “hochaltrigen”, jedoch weitgehend autonom lebenden Bevölkerung aus, richtet sich vorwiegend an Seniorinnen und Senioren und befasst sich mit den ganz spezifischen Bedürfnissen dieser Bevölkerungsgruppe. Ein wichtiger Fokus der Alterspolitik wird eine massgeschneiderte Gesundheitsförderung für ältere Menschen sein.


Die Versorgungsinfrastruktur für Senioren in Basel – die Angebotsseite

Markus Krause

Ältere Menschen sind keine einheitliche Bevölkerungsgruppe, sondern unterscheiden sich entsprechend ihrer Ansprüche und gesellschaftlichen Entwicklung untereinander. Eine seniorengerechte Stadt achtet auf die Bedürfnisse der aktuellen und zukünftigen Seniorengenerationen und bezieht diese in die integrative Planung mit ein. Ein Aspekt einer solchen Planung aus Sicht der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft besteht darin, für die autonom lebenden Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit zu bewahren, sich im eigenen Wohnumfeld insbesondere mit kleinen und grossen Lebensmittelgeschäften versorgen zu können. Die Erfassung der Versorgungsinfrastruktur für ältere Menschen, die auch gleichermassen anderen Bevölkerungsgruppen zugute kommt, ist daher Ziel dieser Arbeit.


Nanotechnologie als Unterstützung für ein unabhängiges Alter

Annick Staub

In den Bemühungen, die Chancen für ein unabhängiges Altern zu verbessern, rücken neue Technologien immer stärker in den Fokus der Forschung. Zwei Stossrichtungen werden verfolgt: Einerseits ist dies der Umgang älterer Menschen mit neuen Technologien, der Lernfähigkeit im Alter sowie der Verbreitung der Adoption von neuen Technologien im Alter; andererseits sind es die Möglichkeiten der Nanotechnologie für den Einsatz im Seniorenmarkt, welche die Eigenständigkeit unterstützen und relative Sicherheit im Alleinsein schaffen sollen. Dieser Beitrag stellt verschiedene Beispiele nanotechnologischer Entwicklungen vor, welche den Alltag älterer Menschen erleichtern sollen.