GEOGRAPHISCH - ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL

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46/2 2005: Tourismus in der RegioTriRhena

Tourismus in der RegioTriRhena – Trends, Perspektiven, Defizite

Ernst-Jürgen Schröder

Innerhalb des inzwischen in allen Teilräumen der RegioTriRhena vorherrschenden tertiären Sektors erweist sich der Tourismus weiterhin als Wachstumsbranche mit einem Anteil von rund 6 % am Bruttoinlandsprodukt und bildet daher einen Schwerpunkt aller mit der regionalen Wirtschaftsförderung befassten Institutionen. Die vorliegende Analyse zeigt auf, dass sich die Branche in allen Teilregionen seit Beginn der 1990er Jahre infolge der zunehmenden Globalisierung in einem tiefen Strukturwandel befindet, der angesichts der derzeit wirtschaftlich labilen Lage und (speziell in Südbaden) weiterer zu erwartender Kürzungen (v. a. im Kurbereich) möglicherweise an Schärfe noch zunehmen wird. Dennoch ergeben sich für die RegioTriRhena insgesamt positive Perspektiven, sofern sie sich als einheitlicher Tourismusraum präsentiert. Zukünftig müssen länderübergreifend Synergien genutzt werden, damit die RegioTriRhena mit dem Alleinstellungsmerkmal einer Feriendestination einzigartiger landschaftlicher Vielfalt und Schönheit in drei Ländern ihre Position im europäischen und globalen Wettbewerb dauerhaft sichern und ausbauen kann.


Tourismusportal zur RegioTriRhena: Gemeinsames Marketing von Basel, Baselland, Colmar, EuroAirport, Freiburg und Mulhouse

Gert Wodtke

Wie kann die als RegioTriRhena oder kurz als Regio bezeichnete trinationale Region am südlichen Oberrhein gemeinsam touristisch vermarktet werden? Mit diesem Thema befassen sich die Verkehrsämter von Basel, Colmar, Freiburg, Mulhouse gemeinsam mit dem EuroAirport bereits seit über 15 Jahren. Momentan gehören folgende Massnahmen zu diesem gemeinsamen Marketingkonzept: ein gemeinsames buchungsfähiges Internetportal, Broschüren und Newsletter zur Region, ein gemeinsames Welcome-Desk-Konzept, Schulungen zur Vermarktung der Region, gemeinsame Werbeauftritte auf den Zielmärkten sowie gemeinsame Pauschalangebote.  


Herausforderungen an eine zukünftige erfolgreiche Tourismusvermarktung im Schwarzwald

Christopher Krull

Seit über hundert Jahren kommen zahlreiche Gäste in den Schwarzwald, seiner schönen Landschaft und touristischen Angebote wegen. Was jedoch heute in der Werbung zählt, sind Alleinstellungsfaktoren und Superlative, die den Schwarzwald gegenüber anderen Mittelgebirgslandschaften herausstellen. Davon gibt es einige in der Tourismusregion Schwarzwald, von den höchsten Bergen der Deutschen Mittelgebirge angefangen bis hin zu den sonnenreichsten Landschaften im Kaiserstuhl. Die Tourismuswerber verfügen aber noch über einen weiteren Standortvorteil für ihre Tätigkeit: Der Schwarzwald ist weltweit bekannt. Dies verdankt er seinen zahlreichen Botschaftern, die seine Markenimages in die ganze Welt transportieren. Berühmteste Botschafter sind die Schwarzwälder Kirschtorte und der Bollenhut. Trotz dieser Vorteile: Die Tourismusentwicklung stagniert. Die Frage ist, warum und wie kann es wieder Steigerungen geben?


Freizeitdestination von internationaler Bedeutung: 30 Jahre EUROPA-PARK

Uwe Fichtner und Rudolf Michna

Aus kleinsten Anfängen hat sich der Europa-Park im Laufe von 30 Jahren durch sein aussergewöhnliches Freizeitangebot, das eine gelungene Thematisierung mit Spitzenattraktionen in einer gepflegten Anlage kombiniert, eine Alleinstellung verschafft und konnte zum Marktführer in Deutschland werden. Heute steht das mittelständische Familienunternehmen im direkten europaweiten Wettbewerb zu EuroDisneyland und anderen global agierenden Konzernen. Neben den herausragenden unternehmerischen Qualifikationen der Betreiberfamilie bildeten die offenen nationalen Grenzen eine unerlässliche Rahmenbedingung für den grossen wirtschaftlichen Erfolg, denn von der ersten Saison an gehörte das grenzüberschreitende internationale Einzugsgebiet zu den Spezifika des Europa-Park. Chancen und Potenziale, die sich aus dem grenznahen Standort ergaben, wurden rechtzeitig vom Management erkannt und konsequent genutzt. Nachdem das Erlebnisangebot mit dem Ausbau von Übernachtungskapazitäten in hochwertigen Hotels erheblich diversifiziert wurde und die Öffnungszeiten auf einige Winterwochen ausgedehnt worden sind, lässt sich absehen, dass in naher Zukunft die Schwelle zu 4 Mio. Besuchen pro Jahr überschritten wird.


Kurzentrum Rheinfelden/Schweiz. Eine wirtschaftsgeographische Skizze

Bernhard Mohr

1844/46 und 1970/73 sind Schlüsseljahre für Rheinfelden/Schweiz als Kurort. Nach der Entdeckung von Salzvorkommen und mit der Verwendung von Sole zu Heilzwecken erlangte die alte Zähringerstadt am Hochrhein internationale Berühmtheit als Badekurort mit einer Glanzzeit bis unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Anfang der 1970er Jahre erfuhr die Solbadtradition eine Renaissance durch die Gründung des Kurzentrums Rheinfelden, das nach mehreren Ausbauphasen mit der Eröffnung der Wellness-Welt “sole uno” im Jahre 1999 seine Anziehungskraft deutlich steigerte und durch das Projekt “sole due” künftig nochmals erhöhen will.


Die Landesgartenschau Kehl - Strasbourg 2004. Impulsgeber für Städtebau, Wirtschaft und Tourismus und Motor der grenzübergreifenden Zusammenarbeit

Marc Funk

Kehl dominiert durch Tankstellen, Brachen und Gewerbehallen – das war einmal. Ein neuer Stadteingang und Stadtboulevard, ein sanierter Bahnhof sowie die erfolgreiche Konversion einer ehemaligen Kaserne in ein Dienstleistungszentrum sind nur einige Beispiele dafür, dass die Stadt Kehl ihr Gesicht verändert hat. Die Grenzlage – über Jahrhunderte ein Nachteil und mit leidvollen Erfahrungen verbunden – hat sich zu einem Standortvorteil entwickelt. Der Wegfall der Grenzen und die Harmonisierung des Binnenmarktes haben in Kehl zu einer spürbaren Dynamik in der Stadtentwicklung, einer Zunahme der wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Elsass und zu einer Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit geführt. Den Höhepunkt dieser Entwicklung markiert die gemeinsam mit Strasbourg durchgeführte Landesgartenschau 2004, ein touristisches Grossereignis und entscheidend für die jüngere Stadtentwicklung in Kehl.