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Wie fern ist Afrika?
Afrikaforschung in der sich globalisierenden Welt
Till Förster
Afrika scheint ein weit entfernter Kontinent ohne Hoffnung zu sein. Staatszerfall, Kriege, Hungerkrisen und Epidemien, allen voran AIDS, bestimmen das Bild, das die westlichen Medien von unserem Nachbarkontinent zeichnen. Afrika soll bleiben, wo es ist: Möglichst weit weg. Doch Afrika ist nah und mitten unter uns. Seine Menschen suchen Arbeit in den großen Städten Europas. Ihre Musik klingt aus Radios und Diskotheken, ihre Kunst füllt Galerien und sogar die Dokumenta. Afrika ist längst Teil dieser Welt wie jeder andere Kontinent auch. Globalisierungsprozesse sind in Afrika nicht weniger zu spüren wie in den Metropolen der ehemaligen Kolonialmächte. Hat es angesichts dieser immer stärker werdenden Vernetzung noch Sinn, sich mit einem Kontinent zu beschäftigen?
Immer etwas Neues aus Afrika: Einige Überlegungen zur Geschichte von Afrika in Basel
Patrick Harries und Giorgio Miescher
Der Beitrag skizziert die lange Geschichte intellektueller Auseinandersetzung mit Afrika in Basel und die Entsehung der jungen Disziplin Afrikanische Geschichte. Diese konnte dank öffentlichem und privatem Engagement auch an der Universität Basel etabliert werden. Ihre Zukunft ist jedoch nicht gesichert. Die Autoren zeigen Perspektiven für Lehre und Forschung auf. Diese umfassen einerseits die Bedeutung Afrikas, seiner Mensche und seiner Ressourcen für die Schweizer Geschichte und andererseits die dank den hier vorhandenen Archiven und Bibliotheken bestehenden Forschungsmöglihkeiten zu ausgewählten Regionen des Kontinents.
Die weite Welt rund um Basel: Mission, Medien und die regionale Vermittlung eines Afrikabildes im 19. und 20. Jahrhundert
Paul Jenkins und Guy Thomas
Der vorliegende Artikel beleuchtet einen Aspekt der Werbetätigkeit der Basler Mission. Der Blick richtet sich vorwiegend auf Bilder aus Westafrika, die seit den 1820er Jahren von Missionstätigen nach Basel übermittelt wurden.
Die Verbreitung von Afrikabildern - als Texte, Stiche oder Fotografien - erfolgte oft durch Reiseprediger und Sammlerinnen sowie durch den Einsatz verschiedener Medien. Solche "Unterwasser"-Strukturen zeigen auf, dass die Öffnung aussereuropäischer Missionsfelder mit einem grossen Aufwand zur Kommunikation eines nachhaltigen Öffentlichkeitsprofils in und rund um Basel einher ging. Trotz veränderter Informationsmittel und -methoden bleiben die Voraussetzungen für aktuelle Aufgaben in der Missionstätigkeit ähnlich: Die "Unterwasser"-Strukturen in der europäischen Heimat müssen bleiben, um den Weg für die regionale Vermittlung eines zeitgemässen Afrikabildes zu bereiten.
Der Staat Namibia.
Seine aktuellen Probleme aus historischer und politisch-geographischer Sicht
Hartmut Leser
Die Geschichte Namibias wirkt bis in unsere Zeit: Aktuelle Probleme der Politik und des Zusammenlebens der Völker Namibias werden z.T. von ihnen bestimmt. Es gibt drei Basisprobleme: Das von der Aridität begrenzte Naturraumpotenzial, die ethnische Heterogenität (die durchaus nicht von „einem namibischen Volk“ reden lässt) und das zahlenmässige und somit auch politische Übergewicht des Volkes der Ovambo. Der Ein-Parteien-Staat Namibia, von der SWAPO beherrscht, hat sich gleichwohl nach der Unabhängigkeit 1990 friedlich entwickelt, auch wenn die Gegensätze Arme-Reiche immer grösser werden. Der Artikel erkennt, dass die Entwicklung von Wirtschaft und Bevölkerung nicht zu lösen ist von den geographischen Gegebenheiten des Landes, aber auch nicht von seiner historischen Entwicklung.
Conservation of biodiversity in a relic forest in Benin - an overview
Peter Nagel, Brice Sinsin and Ralf Peveling
Zusammenfassung
Der Wald Lama ist einer der letzten Reste des westafrikanischen Wald/Savanne-Mosaiks, welches als `Dahomey gap` bekannt ist. Er enthält natürlichen Wald sowie Waldplantagen und hat den Schutzstatus eines klassifizierten Waldes. Im vorliegenden Artikel geben wir einen Überblick über ein laufendes Gemeinschaftsforschungsprojekt, das sich auf die Erhaltung der Biodiversität im Wald Lama konzentriert. Das Projekt basiert auf der Annahme, dass Erhaltungs- und Managementstrategien auf der Basis des Verständnisses der strukturellen und ökologischen Funktionsmerkmale entwickelt werden müssen. Es enthält Untersuchungen über die Biodiversität der Gliederfüssler, einer Gruppe, der bis jetzt in tropischen Biodiversitätsuntersuchungen wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, sowie Untersuchungen über ökologische Schlüsselprozesse wie der Zusammenbruch der “Abfälle?“. Hauptgewicht wird auf das Verhältnis und die Abhängigkeit zwischen natürlichem Wald und Plantagen gelegt. In Bezug auf ökologische sowie biogeographische Eigenheiten, fanden wir Beweise für den Wert des Waldes Lama für die Erhaltung der Biodiversität in Benin. Spezifisch klärte unsere Studie die Rolle der anthropogenen Wälder als Pufferzonen, Migrationsflure und stellvertretende Lebensräume für seltene Waldtiere auf. Wichtige Einblicke hinsichtlich des Managements und der Erhaltung der lokalisierten Biodiversitätsmittel wurden in Benin und in anderen afrikanischen Ländern gewonnen.
Abstract
Lama forest is one of the last remnants of the West African forest/savannah mosaic known as the Dahomey gap. It comprises natural forest and forest plantations and has the protection status of a classified forest. In the present article, we give an overview of an ongoing research partnership project focusing on the conservation of biodiversity in Lama forest. The project is based on the assumption that conservation and management strategies must be founded on an understanding of both structural and functional ecological traits. It comprises studies on the biodiversity of arthropods, a group which has received little attention as yet in tropical biodiversity assessments, as well as studies on key ecological processes such as the breakdown of litter. Emphasis is laid on the relationship and interaction between natural forest und plantations. With respect to ecological as well as biogeographical peculiarities, we found evidence of the importance of Lama forest for biodiversity conservation in Benin. Specifically, our study elucidated the role of anthropogenic forests as buffer zones, migration corridors and surrogate habitats for rare forest animals. Important insight has been gained with regard to the management and conservation of isolated biodiversity resources in Benin and other African countries.
Gesundheit und Gesundbleiben durch Partnerschaft
60 Jahre Erfahrung am Schweizerischen Tropeninstitut
Brigit Obrist und Marcel Tanner
Für das Schweizerische Tropeninstitut ist heute das Thema Forschungspartnerschaft mit Entwicklungsländern im Zentrum seiner täglichen Arbeit. Das war nicht immer so. Unser Beitrag zeichnet wichtige Stationen im Wandel von einer naturwissenschaftlich und medizinisch orientierten, oft paternalistisch geprägten Entwicklungs-„Hilfe“ hin zu einer inter- und transdisziplinären, demokratischen Entwicklungs-„Partnerschaft“ und Zusammenarbeit nach. Das „Tropeninstitut“ hat sich zu einem transdisziplinären Institut für Internationale Gesundheit entwickelt. „Transdisziplinär“ bedeutet einerseits ein umfassendes Verständnis von Gesundheit, wissenschaftlich breit abgestützt, und andererseits den Einbezug von Akteuren aus Politik und Praxis. Der Wandel am Schweizerischen Tropeninstitut spiegelt ein gesellschaftliches Umdenken wieder: Nachhaltige Gesundheitsentwicklung kann nur durch Partnerschaft in diesem umfassenden Sinne erreicht werden.
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