GEOGRAPHISCH - ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL

SOCIETE DE GEOGRAPHIE ET
D ETHNOLOGIE DE BALE

seit 1923 - depuis 1923

GEOGR.-ETHNOL. GES.
Aktuelles
GEG-INFO
Exkursionen
Überblick
Anmeldung online
Impressionen
Links
Mitgliedschaft
Überblick
Anmeldung online
Vorstand
Vorträge
Newsletter
Impressum
REGIO BASILIENSIS
weitere Publikationen
 
Suchen auf gegbasel.ch
Google Custom Search
Locations of visitors to this page
39/1 1998: Landwirtschaft: neue Einkommensquellen - Strategien und Beispiele

Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen:  Die Landwirtschaft in der Regio unter Anpassungsdruck

Bernhard Mohr, Freiburg i. Br. 

Die landwirtschaftlichen Betriebe in der Regio stehen unter einem verschärften Anpassungsdruck, da sich die ökonomischen Rahmenbedingungen immer schneller wandeln. Sollen die Bauernhöfe wachsen, weichen oder sich zusätzliche Einkommensquellen erschliessen, wenn der Weg zur Betriebsvergrösserung ausgeschlossen ist oder abgelehnt wird? Verschiedene Anpassungsstrategien, die darauf abzielen, die betriebliche Wertschöpfung zu erhöhen, werden im folgenden genannt und ansatzweise diskutiert.


Vom Hof zum Endverbraucher. Direktvermarktung von Speisekartoffeln als Erhaltungsstrategie für die Landwirtschaft im Breisgaudorf Forchheim

Christoph Trappe, Freiburg i. Br. 

Direktvermarktung ist eine Zukunfts- und Einkommensperspektive für landwirtschaftliche Betriebe. Neben dem Ab-Hof-Verkauf sind der Verkauf auf dem Wochenmarkt sowie der Fahr- bzw. Haustürverkauf und die Belieferung von Grossverbrauchern die Absatzwege, welche die Direktvermarktung bietet. Durch eine langjährige Kontinuität in der Direktvermarktung von Speisekartoffeln zeichnet sich die Gemeinde Forchheim/Breisgau aus. Trotz des Strukturwandels in der Landwirtschaft ist hier ein agrarisch geprägter Ort erhalten geblieben, der sich diesem Strukturwandel durch seine traditionsbewussten und zugleich innovativen Landwirte angepasst hat. "Forchheimer Kartoffeln" sind zum regionalen Markenzeichen geworden; sie werden fast ausschliesslich auf dem Wege der Selbstvermarktung verkauft.


Zunehmende Selbstvermarktung als Anpassungsstrategie im badischen Weinbau -  das Beispiel des Weinbaubereichs Tuniberg

Ernst-Jürgen Schröder

Auch in den einzelnen Weinbaubereichen Badens, wie dem Tuniberg, reagieren die Betriebe auf die durch die agrarpolitischen Rahmenbedingungen verursachten Einkommenseinbussen zunehmend mit Direktvermarktungsstrategien. Verbunden ist dies mit einer grundsätzlichen Änderung der Vermarktungsstruktur, wobei der Winzer anstelle der bisherigen vollständigen Ablieferung seiner Traubenernte an die örtliche Genossenschaft nun den Ausbau der Weine und deren bestmöglichen Verkauf selbst übernimmt. Hierbei gewinnt der Ausschank von selbsterzeugtem Wein in sog. Strausswirtschaften an Bedeutung.


Urlaub auf dem Bauernhof. Ein Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Fremdenverkehr im Schwarzwald

Bernhard Mohr

„Ferien auf dem Bauernhof" sind für viele landwirtschaftliche Betriebe im Schwarzwald zu einer wichtigen zusätzlichen Erwerbsquelle geworden. Sie haben besonders im Hofgütergebiet des mittleren Schwarzwaldes eine rasche und nahezu flächendeckende Verbreitung gefunden. Als Urlaubsquartiere werden an Stelle der ursprünglich allein angebotenen Fremdenzimmer immer häufiger Ferienwohnungen eingerichtet. Als Gästegruppe sind neben Familien mit Kleinkindern immer mehr alleinreisende Erwachsene getreten. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, dass es hinsichtlich der Erträge grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Urlaubshöfen gibt.


Ökobauern im Oberelsass. Eine zukunftweisende Minderheit in der Landwirtschaft

Wolf-Dieter Sick

Der Beitrag stellt die jüngere Entwicklung des ökologischen Landbaus im Oberelsass dar, wo er 1995 45 Betriebe mit 1065 ha umfasste. Einleitend werden die Ziele und Methoden dieser alternativen Nutzungsform aufgezeigt. Nach der Produktion ergeben sich im Elsass die Betriebsformen Polykultur mit Feldbau, Sonderkulturen (Obst, Gemüse), Weinbau und Viehhaltung. Die hohe Arbeitsbelastung wird überwiegend von den Familien getragen. Der Absatz erfolgt zum grossen Teil direkt auf dem Hof oder auf Märkten. Um die Förderung des ökologischen Landbaus bemühen sich regionale und nationale Organisationen, aber auch der Staat. Mit seiner naturnahen, umweltschonenden Produktion ist der ökologische Landbau zukunftweisend über die Grenzen hinweg. 


Entwicklungsperspektiven des ökologischen Landbaus in zwei ausgewählten Regionen der Nordwestschweiz aus ökonomischer Sicht

Kaj Rennenkampff,  Bernhard Freyer, FiBL Frick 

Die neue Agrarpolitik in der Schweiz, welche die Einkommenspolitik von der Preispolitik trennt und die Forderung nach vermehrter Berücksichtigung ökologischer Anliegen erhebt, stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Ein betriebswirtschaftlicher Vergleich zwischen der integrierten Produktion und der ökologischen Produktion für den Tafel- und Faltenjura zeigt, inwieweit ökologische Anliegen aus ökonomischer Sicht erfüllt werden können. 
Die Berechnungen machen deutlich, dass die Ertragseinbussen im ökologischen Landbau durch die höheren Preise und Direktzahlungen nicht aufgefangen werden. Damit es zu einer weiteren Ausdehnung der ökologischen Produktion kommt, ist eine stärkere Unterstützung nötig.


Kleinbetriebe im Hochschwarzwald: Wirtschaftliche Realität und Initiativen. Ergebnisse der Basler ethnologischen Feldforschungsübung 1996

Verena Keck (Hg.) 
Ethnologische Seminar der Universität Basel 

Im Herbst 1996 führten sechs Studierende des Ethnologischen Seminars der Universität Basel ein Feldforschungspraktikum in Lenzkirch im Schwarzwald durch. Ihre Beiträge behandeln die zunehmend schwierige wirtschaftliche Situation von Kleinbetrieben, insbesondere in der Landwirtschaft, und stellen die vielfältigen, innovativen und je nah perönlicher Situation unterschiedlichen Ideen und Initiativen vor, mit denen die Betroffenen ihre jetzige Lage und ihre Zukunft zu gestalten suchen.

  • Claude Marnach: "Wo möglich Holz"; Forstwirtschaft in Leznkirch
  • Monika Szabo: " Aus der Not genoren": Holzofenbrot und Bergkäse in Raitenbuch
  • KathrinWessendorf: SolidaritätundZusammenarbeit:Innovative Ideen im traditionsreichen Hierahof
  • Dominik Jungo: Wirtschaft, Familie, Politik unter einem Dach: Zu kunftsaussichten des Holzmattenhofs in Saig
  • Dinah Jung: Gemeinsames Produzieren und Selbstvermarkten als Perspektive für die Hochschwarzwälder Landwirtschaft
  • David Ventura: Flexibilität und Kontinuität in 150 Jahren Familien geschichte