GEOGRAPHISCH - ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL

SOCIETE DE GEOGRAPHIE ET
D ETHNOLOGIE DE BALE

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38/1 1997: MGU Mensch - Gesellschaft - Umwelt , Ein interdisziplinärer Studiengang

Interdisziplinarität im Aufbau. Chancen und Möglichkeiten interdisziplinärer Forschung MGU für die Regio

Leo Jenni und Philipp Egger

Die 1991 gegründete und mit eigenen Mitteln auf zehn Jahre angelegte Stiftung MGU bezweckt den "Aufbau der interdisziplinären ökologischen Lehre und Forschung im Bereich Mensch - Gesellschaft - Umwelt in allen Fachbereichen der Universität Basel." Heute, fünf Jahre nach der Gründung, ist die Verankerung von MGU an der Uni Basel mit seinem interfakultären Studiengang und nach Abschluss des ersten Forschungspakets weit fortgeschritten. Sie steht als Teil der neuen Universität vor der vollständigen Integration. Zwischenbilanzen sind nach der "Halbzeit" angebracht. Der vorliegende Bericht schildert die ersten Schritte und Ergebnisse des Aufbaus einer "Kultur der Interdisziplinarität".


Die Renaturierung der Auenlandschaft in der Petite Camargue Alsacienne. Ein MGU-Projekt zur Erforschung der Grundlagenfür eine Wiederherstellung verlorener Biotope und zu deren Umsetzung mit Erfolgskontrolle

Heinz Durrer

Nach inter- und transdisziplinären Vorstudien wurde ein Renaturierungskonzept ausgearbeitet und 1994-1996 als MGU-Projekt umgesetzt. So konnte in der mittleren Au der "Petite Camargue Alsacienne " (PCA) mit den Korridoren von Altarmen und Gebüschzügen sowie Trittsteinbiotopen ein vernetztes Verbundsystem angelegt werden. Durch wissenschaftliche Erfolgskontrolle konnte gezeigt werden, wie schnell sich die Tier- und Pflanzenwelt in ihrer Artenvielfalt etabliert (Vergleich mit dem seit 1982 bestehenden Naturschutzgebiet PCA). Hydrologisches Konzept, Hegeplan und Erschliessungskonzept für Besucher betten das Projekt ganzheitlich in die Region der PCA ein.


Das "Projekt Auerochs" in der Petite Camargue Alsacienne

Barbara Walther

In einem interdisziplinären Projekt wurde die Pflege eines Naturschutzgebietes mit Schottischen Hochlandrindern getestet. Das Hauptgewicht der Untersuchungen lag dabei auf der wissenschaftlicher Verfolgung der Auswirkungen einer solchen Beweidung auf die Flora und Fauna in einem Feuchtgebiet. Daneben wurden in verschiedenen Teilarbeiten einzelne Aspekte intensiver untersucht: Die ökonomische Gesamtbilanz dieser Pflegeart, der Unterhalt der Tiere aus veterinärmedizinischer Sicht, der Umfang des Frasses an Gehölzen sowie die genetische Verwandtschaft der in der Schweiz lebenden Stiere. Die weitgehend sehr positiven Resultate sind eine wichtige wissenschaftliche Grundlage, um ähnliche Pflegeprojekte in anderen (Naturschutz-)Gebieten aufzuziehen.


Nachhaltige Landwirtschaft. Eine Untersuchung in der Region Basel - Handlungsbedarf Möglichkeiten und Grenzen

Yvonne Reisner und Bernhard Freyer

Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie eine Landnutzung gemäss den drei Prinzipien der Nachhaltigkeit (Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsverträglichkeit) innerhalb ausgewählter Landschaftsräume zu realisieren ist. Aufbauend auf landschaftsökologischen Untersuchungen werden am Beispiel ausgewählter Gemeinden Landnutzungskonzepte entworfen. Die Realisierungsmöglichkeiten und -grenzen werden im Rahmen einer agrarsoziologischen Untersuchung und einer ökonomischen Fallstudie bearbeitet.


Muster in Gärten - Gärten als Muster. Eine Untersuchung zur pflanzlichen Ästhetik in Familiengärten im Bereich der Langen Erlen (Riehen)

Christin Kocher Schmid

Durch die Gestaltung der Zierbereiche in Familiengärten stellen die betroffenen Menschen dar, welche Pflanzen und Pflanzenkombinationen sie schön finden, und dadurch auch, an welchen Elementen der Natur sie Gefallen finden. Ausgehend von diesen Überlegungen leistet der vorliegende Artikel einen Beitrag zur Kenntnis von ästhetischer Bedeutung und Wert von Pflanzen und von pflanzlicher Vielfalt.für einen Teil der Bevölkerung der Region Basel. Denn: Ästhetisches Handeln wie auch ästhetische Bewertungen von Pflanzen, Pflanzengemeinschaften und Artenvielfalt sind ein Schlüssel zum Verständnis des individuellen und gesellschaftlichen Umgangs mit der Natur.


Ökologisches Gärtnern in einem Kleingartenverein - von ästhetischen Normen und Machtkonflikten. Das Ergebnis zweier Fallstudien

Janine Ackermann

In den letzten Jahren sind Kleingärten oft wegen der Belastung des Bodens mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln und Diingestoffen unter Beschuss geraten. Seit Ende 1984 werden die Pächterinnen und Pächter zwarper Familiengartenordnung zu einer naturnahen Gartenpflege angehalten. Aktuelle Beispiele in Basel zeigen aber, dass Gärtnerinnen und Gärtnern, die dieses Gartenideal zu verwirklichen suchen, der Garten gekündigt werden kann mit dem Argument, einen verwilderten, ungepflegten Garten zu haben. Das Thema Ökologie führt in Kleingärten zu Konflikten, die eine Renaturierung stark behindern. In einer qualitativen Untersuchung zur Situation in Basel versucht die Autorin, die Gründefür diese Konflikte aufzuzeigen.