Samstag, 16. April 2011: Halbtagesexkursion
Die Wieseebene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Bis in die Neuzeit war die Wiese zwischen Riehen und Basel ein wild strömender Fluss, dessen Hochwasser immer wieder frische Kies- und Sandinseln schuff. Diese dynamische Auenlandschaft bot vielen Tier- und Pflanzenarten einen sehr wertvollen Lebensraum. Mit der zunehmenden Besiedelung wurde auch die Wieseebene immer stärker genutzt: Zur Düngung und Bewässerung der Streuewiesen wurde Wasser aus der Wiese entnommen und über Kanäle verteilt.
Dennoch blieb die Wieseebene ein ökologisch wertvoller Lebensraum. Erst mit der Anbauschlacht in den 1940er Jahren und der Intensivierung der Landwirtschaft wurde die Landschaft fast komplett ausgeräumt und ökologisch stark entwertet.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Grundwasserstrom der Wiese zur Trinkwassergewinnung genutzt. Dieser Nutzung ist es zu verdanken, dass die Wieseebene heute weder überbaut noch von Umfahrungstrassen zerstört wurde. Heute wird in der Wieseebene die Hälfte des Basler Trinkwassers gefasst. Die Grundwasseranreicherungsflächen sind wertvolle Ersatzbiotope geworden. Daneben sind die Langen Erlen ein wichtiges Naherholungsgebiet von Basel und Riehen. Forst- und Landwirtschaft spielen im Vergleich zu früher eher eine untergeordnete Rolle.
Ökologisch gesehen hat diese Landschaft also enorm verloren. Doch in den letzten 15 Jahren kehrt sich der Trend um: Die Wiese und ihre Seitengewässser wurden und werden teilweise renaturiert, die landwirtschaftliche Nutzung stark extensiviert, Forstwirtschaft und Trinkwassergewinnung naturnäher. Der Landschaftspark Wiese versucht, die verschiedenen Nutzungen unter einen Hut zu bekommen und die Natur soll nun mit einem neuen Programm in der ganzen Ebene aufgewertet werden. Diese positive Entwicklung ist aber v.a. durch den Bau der Zollfreien Strasse nicht ganz ungetrübt.
Hinweis für Studierende: Als Pflichtexkursion in den Studiengängen Geographie anerkannt