Donnerstag, 13. Dezember 2012

Energienetzwerke - Das Desertec-Projekt: Von der Vision zur Realität

Energienetzwerke - Das Desertec-Projekt: Von der Vision zur Realität

Dr. Samyr Mezzour

München

Desertec steht für eine übergeordnete Vision der Versorgung eines Grossteiles der Welt mit nachhaltigem Strom, indem das Energiepotenzial der Wüste angezapft wird. Dii (als "Desertec Industrial Initiative" gegründet) ist eine private Industrieinitiative mit dem Ziel, die Desertec Vision in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika (EUMENA) zu verwirklichen.

Die Dii wurde am 30. Oktober 2009 von 13 Unterzeichnern aus Nordafrika und Europa in München gegründet. In den folgenden Jahren sind weitere Unternehmen weltweit als Gesellschafter oder assoziierte Partner (wie BearingPoint) der Dii beigetreten. Derzeit besteht Dii aus mehr als 56 Unternehmen und Einrichtungen, einschliesslich der gemeinnützigen DESERTEC Foundation und den Forschungsinstituten Fraunhofer und Max-Planck.

Die Wüsten im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) bieten ausgezeichnete Bedingungen für grossflächige Stromerzeugung aus Wind und Sonne. Der mit Wind und Sonne erzeugte Strom ist primär dafür gedacht, die lokale Nachfrage in Nordafrika und im Nahen Osten zu decken und es den Produzentenländern zu ermöglichen, Strom zu exportieren. Das langfristige Ziel bis 2050 ist die Deckung eines erheblichen Teiles des Energiebedarfs der MENA-Länder sowie von bis zu 20% des europäischen Strombedarfs.

Die Dii Mission ist es, einen Markt für erneuerbare Energien aus diesen Gegenden zu schaffen. Die Dii ist in diesem Prozess ein Wegbereiter, Katalysator und Koordinator und versteht sich als Partner internationaler und lokaler politischer und industrieller Vertreter. Bei Desertec geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um die Entwicklung neuer Branchen, Investitionen, der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Transfer von Wissen und Know-how in den Nahen Osten und nach Nordafrika.

Die Dii-Gesellschafter und assoziierte Partner haben gemeinsam folgende Ziele für dieses Gemeinschaftsprojekt vereinbart, die bis Ende 2012 erreicht werden sollen:

  • Schaffung eines positiven Investitionsklimas: Entwicklung von technischen, ökonomischen, politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die in Nordafrika und dem Nahen Osten Investitionen in erneuerbare Energien und miteinander verbundene Stromnetze wünschenswert und möglich machen.
  • Initiierung einiger ausgewählter Referenz-Projekte, um die Machbarkeit zu zeigen und Kosten zu senken.
  • Entwicklung eines langfristigen Umsetzungskonzepts (Roll-out Plan) bis zum Jahr 2050 inklusive Investitions- und Finanzierungsempfehlungen. Erneuerbare Energien sollen möglichst schnell in den Markt integriert und von Subventionen unabhängig werden.

 

Eine Utopie? Prominente wie Al Gore, Bill Gates, Günther Öttinger (EU-Kommissar für Energie), Angela Merkel sowie 56 führende Unternehmen (z .B. ABB, Siemens, IBM, Morgan Stanley, RWE, Shell, BearingPoint...) bündeln ihre Kräfte zur Umsetzung des Vorhabens. Konkret: 3 Referenzprojekte sind in Planung in Marokko, Baubeginn ist im Jahr 2014 und ab 2016 könnte der Wüstenstrom in die europäischen Netze eingespiesen werden.

Die Dii wird am kommenden Gesellschaftsvortrag in der Wintersession 2012/2013 vorgestellt. Erfahren Sie mehr über Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur Realisierung der Desertec-Vision. Wir laden Sie herzlich zum Gesellschaftsvortrag ein.

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