Die lautlose Tragödie - Die HIV-Aids-Krise im südlichen Afrika Donnerstag, 14. Dezember 2006

Die lautlose Tragödie - Die HIV-Aids-Krise im südlichen Afrika

Prof. Dr. Fred Krüger

Institut für Geographie, Universität Erlangen

Das südliche Afrika und dort insbesondere Botswana sind am stärksten von der HIV/AIDS-Pandemie betroffen. Jeder dritte Erwachsene ist HIV-positiv. Die Sterberaten sind erheblich gestiegen, die durchschnittliche Lebenserwartung auf Werte der frühen 1970er Jahre gesunken. Die durch AIDS ausgelöste Krise zählt für die betroffenen Gesellschaften zu den stärksten Herausforderungen seit Ende der Kolonialzeit.

Die Krise vollzog sich jahrelang scheinbar im Verborgenen – eine lautlose Tragödie. Eine neues flächendeckendes Therapieprogramm in Botswana könnte im Kampf gegen AIDS nun aber sogar weltweit eine vielversprechende Vorreiterrolle einnehmen. Obwohl die botswanische Regierung grosse Eigenanstrengungen unternimmt, wäre das Therapieprogramm ohne Unterstützung aus der globalen Arena nicht umsetzbar.

Botswana, das sich wie kaum ein anderer Staat des subsaharischen Afrika erfolgreich von den Industrieländern des Nordens emanzipiert hatte, könnte in neue globale Abhängigkeiten geraten, die man längst überwunden glaubte. Andererseits wird in Botswana eine einzigartige Expertise im Umgang mit der AIDS-Pandemie gewonnen. Wird die Krise zur Chance? Wird afrikanische Lösungskompetenz helfen, die in allen Teilen der Erde immer gravierender werdende HIV/AIDS-Problematik in den Griff zu bekommen? Der Vortrag lotete Hintergründe und Folgen der AIDS-Krise aus und ging auf die neuen Wechselbeziehungen ein, die sich zwischen lokaler Ebene und globaler Arena ergeben.

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