Donnerstag, 22. November 2007

Republik Jemen zwischen „civil society“und internationalem Terrorismus

Prof. Dr. Hans Gebhardt

Geographisches Institut der Universität Heidelberg

„Yemen between civil society and civil war“, hatte Sheila Sharapico 1996 in einem politologischen Aufsatz die ökonomischen und innenpolitischen Widersprüche des Landes schlagwortartig zu fassen versucht. Mit diesen Widersprüchen setzt sich der Vortrag aus wirtschafts- und politikgeographischer Sicht auseinander.

Für den Fachgeographen ist der Jemen natürlich nicht primär ein Konfliktraum innerer Widersprüche, sondern vor allem eines der faszinierendsten und schönsten Länder der Erde, in dem die
enge Verknüpfung zwischen physisch-geographischen Geofaktoren und menschlicher Inwertsetzung ebenso anschaulich zu sehen ist wie die Vielfalt und Kreativität einer umweltangepassten traditionellen Landwirtschaft oder die Stabilität und Faszination einer traditionellen sozialen Organisationsform.

Der Vortrag beginnt daher mit einem Überblick über die wichtigsten Landschafts- und Wirtschaftsräume zwischen Hochgebirge und Wüsten und schliesst dann einige Leitlinien der wirtschafts- und sozialgeographischen Entwicklung der beiden Landesteile (des frühen Nord- und des Süd-Jemen) an. In Abschn. 4 des Vortrags wird dann die Gemengelage von räumlichen Konflikten auf verschiedener Massstabsebene, d.h. von global bis lokal beleuchtet, denn gerade diese Gemengelage ist es, welche in den vergangenen Jahrzehnten und auch in der Zukunft das doch eigentlich „glückliche Arabien“ im Inneren wie nach aussen nicht zur Ruhe kommen lässt. Ein kurzes Fazit zu den aktuellen Entwicklungen aus geographischer Sicht wird den Vortrag abschliessen.

Gliederung des Vortrags:
1. Arabia Felix – Landschaftsräume zwischen Hochgebirge und Wüste
2. Der Norden des Landes: eine autochthone Stammesgesellschaft mit wirtschaftlicher Dynamik
3. Der Süden: ein postsozialistisches Land mit kolonialer Vergangenheit
4. Räumliche Konflikte im Jemen: international – regional – lokal
Bürgerkriege im Jemen nach 1970 - Stellvertreterkonflikte der Regional- und Weltmächte. Die andauernden Stammeskonflikte – Persistenz tradierter Wirtschafts- und Sozialstrukturen?
Die jemenitische Vereinigung 1990 und der kurze Sommer völliger demokratischen Freiheit - Der Golfkrieg 1991 und seine wirtschaftsräumlichen Folgen - Der Bürgerkrieg 1994 und das labile innenpolitische Gleichgewicht des Landes - Islamisierung im Jemen? Jemen und internationaler Terrorismus.
5. Jemen heute – aktuelle wirtschafts- und sozialgeographische Probleme

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