Nr. 62/1

Nr. 62/1

 

Die Anwendung von Drohnen in der Gegraphie.

Die vorliegende Ausgabe widmet sich den erweiterten Möglichkeiten der Luftfotografie, deren Einsatz dank Drohnen-Technik nicht nur im Alltag, sondern vermehrt auch in Wirtschaft und Forschung zur Anwendung gelangt. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten  reicht von 3D-Modellierungen, Kartierungen von Risikogebieten, Wärmebildmonitoring bis hin zur Weltraumforschung.

 

 

 

 

Das Stadtmodell im Kanton Basel-Stadt - von den Planveduten zum digitalen SD-Stadtmodell.

Pascal Froidevaux, Andread Kettner und Sascha Wakaluk

Plastische Stadtansichten bzw. «3D»-Stadtmodelle stossen seit jeher auf grosses Interesse. Früher in Form von Planveduten (perspektivische Schrägansicht, Vogelschauplan) oder als physisch ausgestellte SD-Modelle. Mit der zunehmenden Digitalisierung sind heute neue Möglichkeiten dazugekommen, eine Stadt darzustellen und zu begreifen. Zuerst entstanden einfache digitale 3D-Stadtmodelle. Aktuell werden diese immer mehr mit weiteren Informationen angereichert, und es kommen weitere technische Möglichkeiten wie Laserscanning, Bildmatching oder Augmented Reality dazu, um SD-Daten zu erfassen und zu visualisieren. Dadurch entwickeln sich digitale Stadtmodelle immer mehr zu digitalen Zwillingen der real existierenden Stadt.

 


Verbesserung der Lebensgrundlage und Resilienz benachteiligter Menschen mithilfe von Kartierungsdrohnen.

Andrea Blindenbacherr

Kartierungsdrohnen sind eine relativ rasch adoptierte neue und komplexe Technologie. In Fallbeispielen wird in der vorliegenden Arbeit erläutert, wie Kartierungsdrohnen im humanitären Bereich eingesetzt werden, beispielsweise im Einsatz nach Naturkatastrophen und zu deren Risikoreduzierung. Diese von «Drone Adventures» und internationalen Hilfsorganisationen durchgeführten Projekte versuchen zudem gleichzeitig einen Wissenstransfer zu ermöglichen, um diese Technologie für die lokale Bevölkerung anwendbar zu machen. Dies wiederum stärkt die ökonomische Wertschöpfung, Sinnbildung und Eigenständigkeit in solchen oft benachteiligten Ländern. 

 


Drohnen als Lebensretter für Wildtiere.

Ann Schärer

Jährlich werden dem Bund mehr als 1'500 Rehkitze gemeldet, die in Mähmaschinen den Tod gefunden haben. Die Dunkelziffer ist vermutlich doppelt so hoch. Für den Verein Rehkitzrettung Schweiz Grund genug, Bäuerinnen und Bauern sowie die Jägerschaft dabei zu unterstützen, dieses Elend mit Hilfe von Drohnen und Wärmebildkameras weiter zu reduzieren. 

 


Geographie auf dem Mars: der Beitrag der Universität Basel zur ExoMars 2022 Mission.

Nikolaus Kuhn

Da die Erforschung des Sonnensystems wesentlich zum Verständnis der Erde beiträgt, sind auch Geographinnen und Geographen daran beteiligt. 2022 startet die ESA eine Mission zum Mars, während der der Rover «Rosalind Franklin» nach Spuren von Leben suchen wird. Die Forschungsgruppe Physiogeographie und Umweltwandel der Universität Basel ist an dieser Mission beteiligt: Hier wird die Arbeit mit dem Close- Up Imager (CLUPI), einer hochauflösenden Kamera an Bord des Rovers, im Marslabor der Universität vorbereitet. Hauptziel ist die Identifikation idealer Aufnahmebedingungen auf dem Mars und das Erstellen eines Aufnahmekatalogs zur Gesteinsbestimmung mit Hilfe von CLUPI. 

 


Drohnenfotografie aus dem geografischen Blickwinkel.

Raphael Alù

In der Landschafts- und Stadt-Fotografie mittels Drohnen kommen für die Motivsuche und Bildvorbereitung neben den Informationen aus Geoportalen (z. B. um den Zeitpunkt der gewünschten Lichtstimmung für den geplanten Bildausschnitt zu bestimmen) auch Wettervorhersagen und 3D-Stadtmodelle zum Einsatz. Letztere ermöglichen es, den Sonnenstand und damit auch den Schattenwurf für eine beliebige Position an einem beliebigen Zeitpunkt anzeigen zu lassen. Katasterdaten sind weitere Informationsquellen um die Standorte und Verbreitungsmuster spezifischer Motive, zum Beispiel die Kirschbaumblüte, zu finden


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