Nr. 58/3

Nr. 58/3

15 Jahre Afrikastudien an der Universität Basel

Das vorliegende Heft widmet sich der Zusammenarbeit der Universität Basel mit Forschern, Universitäten und Ländern in Afrika. Im Vordergrund steht der kooperative Ansatz, welcher die lokale Diskursebene berücksichtigt und respektiert. Damit erhält die afrikanische Stimme der Forschung Gehör und bereichert die Forschung im Allgemeinen.

 

 

 

 

Afrika erforschen, die Welt verstehen:
Zur Rolle der Afrikaforschung an der Universität Basel

Elísio Macamo

Anhand der Entwicklung der Afrikastudien in Basel erläutert der vorliegende Artikel das Spannungsverhältnis zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung und diskutiert die besonderen Herausforderungen der interdisziplinären Regionalforschung in Afrika, insbesondere unter Betrachtung postkolonialer Fragestellungen. Die dabei entwickelten Strategien können nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der systematischen Fächer im interdisziplinären Kontext, sondern auch zu einem breiteren Verständnis der Welt leisten.

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Namibian and Southern African Studies in Basel - Plädoyer für ein interkulturelles Projekt

Dag Hendrichsen und Giorgio Mischer

Die Auseinandersetzung mit Afrika ist an der Universität Basel längst konstanter Teil des Lehr- und Forschungsangebots. Wir argumentieren, dass die aktuellen Herausforderungen für Afrian Studies in Basel primär intellektueller und weniger organisatorischer oder institutioneller Natur sind. In der ehemals kolonialen Welt wird energisch ein epistemologischer Paradigmenwechsel hin zu einer Dekolonisierung von Wissen und der eigenständigen Verortung von Wissensproduktion gefordert. Wir plädieren für eine Beteiligung an einer solchen Wissensproduktion und legen dar, dass in Basel die Voraussetzungen dafür bestehen.

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Kohlenstoffkreislauf und Landschaftswandel in der Grossen Karoo - eine methodologische Betrachtung

J. Krenz, N.J. Kuhn, B. Kuhn, P. Greenwood und G. Heckrath

Landschaftsökologische Studien sind material- und zeitaufwändig und können nur jeweils repräsentative Ausschnitte der Erdoberfläche umfassen. Dort müssen systematisch Daten erhoben werden, die zum Verständnis des biogeochemischen Systemverhaltens beitragen und die im Anschluss eine Übertragung in die Region und idealerweise in den globalen Kontext ermöglichen. Die vorliegende Studie zeigt die Anwendung geographischer Theoriekonzepte in der Untersuchung der Folgen von Landdegradierung in Savannen auf den lokalen Kohlestoffkreislauf und der Übertragung der Ergebnisse auf eine ökozonale Ebene.

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Transdisziplinär forschen: Erfahrungen aus dem Bereich der Mensch-Tier-Gesundheit

Birgit Obrist und Jakob Zinsstag

Transdiziplinäre Forschung will Brücken schaffen, sowohl zwischen wissenschaftlichen Disziplinen als auch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, und dadurch zur Lösung gesellschaftsrelevanter Probleme beitragen. Wir zeigen das Potenzial, aber auch Herausforderungen dieses Ansatzes am Beispiel von Partnerschaftsprojekten zur Mensch-Tier-Gesundheit in West- und Zentralafrika auf. Unsere Forschungen wurden im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerüunktes Nord-Süd (NFS Nord-Süd) durchgeführt und tragen zum Netzwerk für Transdiziplinäre Forschung der Akademien der Wissenschaft Schweiz bei.

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Kunst und sozialer Raum in afrikanischen Städten - Öffentlichkeit, Praxis, Imagination

Fiona Siegenthaler

"Media and Imagination" ist eine von fünf Forschungsachsen am Zentrum für Afrikastudien Basel. Ihr sind Forschungsprojekte und Dissertationen angegliedert, die kulturelle, medienbasierte und knüstlerische Praktiken und deren Rolle für die soziale Imaginationin afrikanischen Städten untersuchen. Eines davon ist das SNF-geförderte Forschungsprojekt "Art/Articulations: Art and the Formation of Social Space in African Cities" am Lehrstuhl für Ethnologie der Universität Basel. Es untersucht in vier verschiedenen Städten Afrikas, wie Künstlerinnen und Künstler mit äasthetischen Mitteln Bilder und Vorstellungen des Sozialen und der Gesellschaft artikulieren und in welchem Verhältnis gesellschaftliche Imagination und künstlerische Ausdrucksform stehen.

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Die Entstehung von Governance

Till Förster

Governance ist nicht blosses Regieren oder einfach eine Lenkungsform, sondern koordiniertes Handeln zur Lösung sozialer Probleme - unabhängig davon, ob es durch eine Regierung angestossen wird oder nicht. Ausgehend von diesem offenen Verhältnis von Governance untersucht die Forschungsgruppe "Political Transformations" im Fachbereich Ethnologie/anthropology wie soziale Probleme von verschiedenen politischen Akteuren wahrgenommen und bewertet werden. Weiter fragt sie, ob sich daraus ein gemeinsames Verständnis dieser Probleme bildet und wie sich dieses dann in gemeinsame Intentionen zu ihrer Lösung übersetzt. Politische Gruppierungen entstehen mithin aus diskursiven Auseinandersetzungen, was soziale Probleme sind und wie solche Probleme am besten zu lösen wären - nicht aus vermeintlich rationalen Überlegungen. Governance als Praxis zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen bestimmt also soziale Räume und macht diese für die Menschen erst unterscheidbar.

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GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch