Nr. 58/2

Nr. 58/2

Agglomerationsprogramm Basel

Das vorliegende Heft gibt einen kurzen, abgerundeten Überblick über das Agglomerationsprogramm Basel der dritten Generation. Es ermöglicht unter anderem den Vergleich mit den Ausführungen, die vor zehn Jahren im Heft 48/1 gemacht wurden. Das aktuelle Programm fokussiert stärker auf die Einbindung der kommunalen Ebene bei der Gestaltung übergeordneter Themen wie dem öffentlichen Verkehr in sogenannten Korridorprozessen als Rückgrat von Siedlungsentwicklung und Mobilität.

 

 

 

 

Kantonaler Richtplan und Agglomerationsprogramm:
Dieselben Ziele, aber konkurrierende Rollen?

Koordination zwischen Agglomerationsprogramm und kantonalem Richtplan am Beispiel des Kantons Basel-Landschaft

Martin Huber

Der kantonqle Richtplan ist ein behördenverbindliches Instrument der Raumplanung, welches über generelle Planungsgrundsätze die kantonale Raumentwicklung steuert und für Nutzungen von kantonalen Interessen Flächen und Trassen reserviert. Das Agglomerationsprogramm ist ein Anreizinstrument zur Mitfinanzierung von Verkehrsinfrastrukturen durch den Bund. Es hat den funktionalen Raum der Agglomeration im Blick und machtverbindliche Zeitvorgaben für die Realisierung von Massnahmen aus einer kohärenten Planung (Ziele-Strategien-Massnahmen) heraus. Der hoheitliche und langfristige Blick der Richtpläne wird damit durch eine realisierungsbezogene und grenzüberschreitende Sichtweise der Agglomeration ergänzt. Mit dem Agglomerationsprogramm hat der kantonale Richtplan ein Instrument an seine Seite erhalten, welches die Wirksamkeit des kantonalen Richtplans erhöht, indem anreizorientiert eine verbesserte Abstimmung zwischen Siedlung und Verkehr sowie zwischen den Gebietskörperschaften verlangt und sichergestellt wird.

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Agglo Basel - Koordinationsdrehscheibe der trinationalen Agglomeration Basel

Die Agglomerationspolitik des Bundes, das lnstrument der Agglomerationsprogramme und die Trägerschaft für den Raum Basel

Patrick Leypoldt

In der Agglomerationspolitik des Bundes spielen die Agglomeratíonsprogramme eine bedeutende Rolle. Mít dem Agglomerationsprogramm kann eine koordinierte Planung von Verkehr, Síedlung und Landschaft in urbanen Räumen vor allem im Hinblick auf grenzüberschreitende Abstimmung sichergestellt werden. Im Rahmen der Agglomerationsprogramme beteiligt sich der Bund finanziell an wichtígen Infrastrukturprojekten in den Agglomerationen. Allerdings sind die Vergabe von finanziellen Mitteln an Bedìngungen geknüpft. Die Gebietskörperschaften der Agglomerationsprogramme werden dazu motiviert, enger und strukturierter zusammenzuarbeiten. Vom Bund werden dafür Trägerschaften gefordert, díe in den jeweiligen Agglomerationen aufgebaut werden müssen. In der trinationalen Agglomeration Basel wurde über die letzten sechs Jahre eine Trägerschaft ins Leben gerufen und laufend an neue Entwicklungsschritte angepasst. Seit dem 1. Juli 2014 besteht der Verein Agglo Basel, in dem die Gebietskörperschaften der Agglomeration Basel in einer Trägerschaft zusammengefasst sind. Mitglieder des Vereins sind die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn, der Landkreis Lörrach/Regionalverband Hochrhein-Bodensee sowie die Saint-Louis Agglomération.

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Das Zukunftsbild "Korridor+"

Eine grenzenlose Raumvision als strategische Grundlage für das Agglomerationsprogramm

Martin Sandtner

Für das Agglomerationsprogramm Basel der 2. Generation wurde im breiten fachlichen und politischen Diskurs das Zukunftsbild "Korridor+" als Grundlage für die Strategien und Massnahmen des Programms erarbeitet. Es zeichnet sich aus durch eine konsequente Lenkung der erwarteten Siedllungsentwicklung auf die Kernstadt Basel sowie die gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Gebiete entlang der Talachsen, die sog. inneren Korridore. Damit ist es ein deutliches Commitment der Region zur Siedlungsentwicklung nach innen und zielt auf eine Trendumkehr der bisherigen Zersiedlung in die Fläche ab. Als Rückgrat der Erschliessung dient die S-Bahn, die konsequenterweise erheblich ausgebaut werden muss. Mit seinem Ansatz einer integralen Landschafts-, Siedlungs- und Verkehrsplanung stellt das Zukunftsbild die Basis jür eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Raum Basel dar.

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Korridorprozesse des Agglomerationsprogramms Basel

Umsetzungskatalysator des Zukunftsbildes

Jessica Fässler

Um das Zukunftsbild der Agglomeration Basel Realität werden zu lassen, müssen alle relevanten Akteure einbezogen und zur Mitwirkung motiviert werden. Die übergeordneten Behörden (Kantone BL, BS, AG, SO, Landkreís Lörrach, Regionalverband Hochrhein Bodensee [RVHB], Agglomération Saint-Louis) arbeiteten im Rahmen der 2. Generation zusammen - die Gemeinden waren aber noch wenig involviert. Dies sollte sich im Rahmen der 3. Generation ändern. Die Art und Weise, wie die Gemeínden einbezogen werden sollen, wurde mit Experten und den Fachkräften der übergeordneten Behörden diskutiert und festgelegt. Als Grundlage dazu diente eine Auslegeordnung über den Stand der Zusammenarbeit in den Tälern/Korridoren der Agglomeration Basel und der angewendeten Planungsìnstrumente. Die Lancierung der regionalen Zusammenarbeit basierte somit auf Expertenwissen und den konkreten Kontexten in den Korridoren. Nach rund drei Jahren Prozess arbeitet in allen Korridoren zumindest ein Teil der Gemeinden zusammen, und es werden gemeinsame Projekte/Studien erarbeitet. Eine gemeinsame Vísion für die zukünftige Entwicklung hat in allen Konidoren eine grosse Bedeutung. Die Umsetzung der Visionen kann im Prinzip zu einem grossen Teil mit gut aufgegleisten Projektorganisationen erreicht werden. Die mittel- und längerfrístige effiziente Steuerung der Entwicklung wìrd jedoch ohne eine stabile, regionale Organisation mit Entscheidungskompetenz schwierig vollziehbar sein.

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Ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr als Rückgrat der Mobilität in der trinationalen Agglomeration Basels

Die Planung und Umsetzung eines attraktiven Angebots jenseits administrativer und territorialer Grenzen

Emanuel Barth

Der öffentliche Verkehr leistet einen wichtigen Beitrag zu einem funktionierenden Verkehrssystem und damit zur Standortattraktivität der gesamten Agglomeration Basel. Für die Planung des Angebots und der notwendigen Infrastrukturen bedarf es einer umfangreichen Abstimmung und Zusammenarbeit diverser Partner. Die Mannigfaltigkeit der Akteure ist beim Beispiel der trinationalen S-Bahn Basel besonders deutlich. Ausgehend vom Agglomerationsprogramm Basel wurde zu diesem Zweck die Planungsplatform "trireno" errichtet, welche die für das Angebot der S-Bahn zuständigen Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vereinigt. Mit diesem gemeinsamen und abgestimmten Vorgehen wird die Voraussetzung geschaffen, dass die notwendigen Investitionen in den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur im trinationalen Raum Basel getätigt werden können.

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Abgestimmte Strassenplanung dank der gemeinsamen trinationalen Strategie

Zielsetzung, Erarbeitungsprozess und entwickelte Methodik

Patrick Leypoldt, Benjamin Belart und Lutz Ickert

Im Hinblick auf das Agglomerationsprogramm Basel der 3. Generation haben sich die beteiligten Gebietskörperschaften zum Ziel gesetzt, eine abgestimmte trinationale Strategie zum Strassennetz und dessen Weiterentwicklung zu erarbeiten (genannt Strategie Strasse). Unter der Federführung der Agglo Basel wurde die Strategie in einem mehrjährigen Prozess (2013-2016) und ín mehreren Teilschritten erstellt. Im Ergebnis verfügt die Agglomeration Basel heute über eine abgestìmmte strategische Sicht auf das trinationale Strassennetz (Zielnetz) und einen damit verbundenen Infrastrukturmasterplan mit allen übergeordneten und regionalen Bauprojekten (Projektlisten). Die Projekte sind nach Realisierungshorizonten aufgeteilt. Zusammen mit einigen lokalen bzw. kommunalen Proiekten wurden die regionalen Projekte im Bereich Strasse im Agglomerationsprogramm Basel der 3. Generation zur Mitfinanzierung durch den Bund angemeldet. Das Agglomerationsprogramm Basel der 3. Generation wurde Ende 2016 in Bern zur Prüfung eingereicht.

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GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch