Nr. 57/3

Nr. 57/3

Brennpunkt Energie

Das vorliegende Heft beleuchtet verschiedene Aspekte der Energie. In der heutigen digital vernetzten Lebenswelt sind wir tagtäglich mehr oder weniger (un)bewusst mit Energiefragen konfrontiert. Unbewusst deshalb, weil das Vorhandensein von Energie zur Selbstverständlichkeit geworden ist und die persönlichen Gewohnheiten selten im Hinblick auf die Energiegewinnung oder auf eine nachhaltige Nutzung hinterfragt werden. Die Artikel dieser Ausgabe sollen darum zur kritischen Reflexion zum Thema Energie einladen.

 

 

 

 

Energiestatistik für die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft -
Methodische Herangehensweise und Vorstellung ausgewählter Ergebnisse

Oliver Thommen Dombois, Lukas Calmbach und Lukas Büchel

Die methodisch neu aufgebaute kantonale Energiestatistik stellt gegenüber früheren Ausgaben eine verbesserte und erweiterte Datenbasis zur Verfügung. Beim neuen methodischen Verfahren werden die Daten des eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters sowie viele weitere Datenquellen mit einbezogen. Der Initialaufwand für den Systemaufbau ist bedeutend, liefert aber besser nachvollziehbare Resultate und erlaubt neue und vertiefte Analysemöglichkeiten. Neben relevanten Kennzahlen für die energiepolitische Berichterstattung der Regierung sind beispielsweise räumliche Darstellungen in geografischen Informationssystemen möglich. Mittelfristig lassen sich mit Hilfe der Energiestatistik präzisere Aussagen zu energiepolitischen Massnahmen treffen als bisher.

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Erlenmatt Ost - nachhaltig und zukunftsweisend

Andreas Meyer Primavesi, Jo Dunkel, Katharina Schmidt und Andreas Appenzeller

Die Stiftung Habitat entwickelt auf dem östlichen Teil des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn in Basel (NT-Areal) ein nachhaltiges Stadtgeviert. Ein eigens dafür entwickeltes Nachhaltigkeitskonzept stellt sicher, dass das Areal von der Wettbewerbsphase bis in die ab 2017 folgende Betriebshase höchsten Ansprüchen an die soziale Nachhaltigkeit, Umwelt- und Energiebilanzen sowie Wirtschaftlichkeit genügt. So werden zum Beispiel ein maximaler Flächenbedarf pro Person definiert und Grundlagen geschaffen respektive Anreize gesetzt, die einen nachhaltigen Lebensstil der künftigen Bewohnenden der Erlenmatt Ost ermöglichen.

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Solare Erwärmung von Brauchwarmwasser - Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe im Technologievergleich mit Solarthermie

Michael Sattler, Markus Markstaler, Michel Haller, Donald Sigrist, Stefan Kessler und Stefan Bertsch

Neben der Solarthermie ist die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe eine andere Möglichkeit der solaren Erwärmung von Brauchwarmwasser. Mit einem auf Simulationen gestützten Technologievergleich auf Systemebene wurden verschiedene Varianten für die solare Brauchwarmwassererwärmung untersucht. Sie Simulationen zeigen, dass für die Bereitstellung von Brauchwarmwasser die Systeme mit Solarthermie/Erdgas und Photovoltaik/Luft-Wasser-Wärmepumpe auf Tagesbilanz-Basis in etwa gleich viel nicht erneuerbare Primärenergie benötigen. Beim Wärmepumpenboiler mit Photovoltaik ist dabei die Berücksichtigung des Wärmeklaus entscheidend. Neben dem Wärmeklau hat vor allem der Bilanzierungszeitraum grosse Auswirkungen auf die Ergebnisse. Die ökonomischen Betrachtungen zeigen letztlich, dass bei vollständiger Anrechnung des Wärmeklaus die Kostenunterschiede der Systeme gering sind.

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Dekarbonisation und Energieerzeugung geht gleichzeitig - die Zukunft ist klimapositiv!

Martin Schmid

Die fruchtbarsten Böden der Welt heissen "Schwarzerden" und enthalten Pflanzenkohle, die entweder durch natürliche Ereignisse wie Steppenbrände oder durch Menschenhand in den Humushorizont gelangt ist. Gemäss den Funden zeigt sich die Kohle nachweislich über mehrere tausend oder zehntausend Jahre stabil, unabhängig von der Bodenzusammensetzung. Die Verkohlung von Ernterückständen zu Pflanzenkohle und deren Rückführung in den Humus würde sämtliche menschengemachten Klimagas-Emissionen kompensieren. Diese Massnahme würde aber nicht nur global dem Klima nützen. Sie würde lokal auch die Bodenfruchtbarkeit und die Toleranz der Böden gegenüber Dürre und Staunässe erhöhen, den Nährstoffrückhalt verbessern und somit gleichzeitig Gerüche und weitere Klimagas-Emissionen wie Lachgas und Methan reduzieren. Der am Ökozentrum weiterentwickelte Pyrolyse-Prozess stellt die sauberste Form der Verbrennung dar und bringt somit auch Verbesserungen in der Lufthygiene bei der Biomassenutzung. Die Abgase dieser "Wärme-Kraft-Kohle-Kopplung" sind nach bisherigen Messungen auch bei aschereicher Biomasse frei von Partikel-Emissionen und weisen geringere Kohlenmonoxid-Emissionen auf. Durch die gleichzeitige stoffliche und energetische Nutzung von bisher schlecht nutzbaren Biomasse-Sortimenten wird ein lokaler Nutzen von CHF 300.- bis 500.- pro Tonne abgeschiedenes CO2 erzeugt. Dies ist somit nicht nur die sicherste, sondern auch die einzige finanziell kostenlose Strategie zur CO2-Abscheidung und -Speicherung, die zudem den ländlichen Raum weltweit nachhaltig stärken wird. Die Pflanzenkohle und deren Herstellung durch Pyrolyse birgt daher das Potenzial, den gesamten vom Menschen verursachten Anstieg des Kohlenstoffs in der Atmosphäre zu kompensieren oder gar rückgängig zu machen.

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Geothermie - eine Bestandesaufnahme

Ramon Gonzalez

Geothermie ist eine Energiequelle aus dem Erdinneren. Die Geothermie hat ein enormes Entwicklungspotenzial, das heute kaum erfüllt ist. Sie kann - in der näheren Zukunft - als unerschöpfliche Energiequelle betrachtet werden. Trotz der vielfachen Vorteile gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen (klimaneutral, kontinuierlich, unabhängig, optisch unauffällig) hat die Geothermie aufgrund zahlreicher Nachteile (hohe Anfangskosten, eine Zahl möglicher Schäden während der Stimulation des Gesteins, Fündigkeitsrisiko) einen schweren Stand. Im vorliegenden Artikel wird versucht, die gegenwärtige Sachlage der Geothermie zusammenzufassen und deren Möglichkeiten und Gefahren offenzulegen. Bei Planung und Bau neuer Anlagen erscheint dabei der Einbezug der Öffentlichkeit wichtig, um Ängste und Vorbehalte zu minimieren.

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GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch