Nr. 54/3

Nr. 54/3

Burgundische Pforte

Seit der Eröffnung der ersten Etappe der Hochgeschwindigkeitsstrecke "Rhin-Rhône" hat die Region entlang der Strecke Mulhouse-Belfort neue Entwicklungsimpulse erhalten und die bei uns etwas in den Hintergrund geratene Region, die wir auch als Burgundische Pforte kennen, ist wieder verstärkt ins Bewusstsein geraten. Das vorliegende Heft bietet eine Menge Hintergrundinformationen und lädt zur Entdeckung der modernen und historischen Facetten dieser Region ein.

 

 

 

 

Grenze und Industrieentwicklung: das Territoire de Belfort

Rudolf Michna

Das 1871 zunächst als provisorische Verwaltungseinheit geschaffene Territoire de Belfort zeigt modellhaft die Auswirkungen der Verlegung von Staatsgrenzen. Viele der zwischen 1871 und 1918 entstandenen Veränderungen wirken bis heute nach. Sie erstrecken sich nicht nur auf Administration und Wirtschaft, sondern auch auf das Regionalbewusstsein, auch wenn sich in jüngerer Zeit durch wirtschaftliche Entwicklungen und Integrationsprozesse innerhalb der EU ein allmählicher Wandel abzeichnet.


Die Burgundische Pforte - neue Drehscheibe im europäischen Schienenschnellverkehr und ihre regionale Effekte

Ernst-Jürgen Schröder

Bereits mit der 2011 erfolgten Eröffnung des ersten Abschnittes des "TGV Rhin-Rhône" ergeben sich für die trinationale Metropolregion Oberrhein insgesamt und für die RegioTriRhena speziell neue Perspektiven für die ökonomische Positionierung in Europa, die über die Verknüpfung zweier zentraleuropäischer Verkehrsachsen und kürzere Reisezeiten weit hinausgehen. Mulhouse wird sich hierbei zu einer Schnittstelle im europräischen Hochgeschwindigkeitsverkehr entwickeln und mit einem neuen grossflächigen Bahnhofsquartier seine Strukturkrise überwinden, wie auch Basel und Freiburg i. Br. als internationale Tourismus-, Forschungs- und Wissenschaftsstandorte entscheidend gestärkt werden.


Le TGV Rhin-Rhône et le retour de la Porte de Bourgogne

Raymond Woessner

L'arrivée de la grande vitesse ferroviaire constitue un sujet dfficile pour les territoires non-métropolitains frønçais. Leurs élus doivent d'abord agir pour obtenir la construction d'une gare extra-urbaine, puis ils doivent tenter d'en faire un pôle structurant. Le cas de Belfort-Montbétiard est exemplaire. L'économie fondée sur la production industrielle est déprimée. La gouvernance est éclatée entre de nombreux acteurs au sein du millefeuille administratif et politique. L'État central ne voyait a priori pas Ia nécessité d'une Ligne à Grande Vítesse Rhin-Rhône. Or depuis 2011 la gare est là et les trains s'y arrêtent. Une deuxième phase est entamée avec l'édification d'un nœud multimodal et la création de fonctions de commandement. L'explication réside dans la présence et I'action d'élus de stature nationale ainsi que dans la volonté partagée pour la création d'un territoire innovant.


Jüngere demographische Prozesse im Sundgau am Beispiel des Arrondissements Altkirch

Jörd-Wolfram Schindler

Der Sundgau, der südlichste Bereich im Elsass, trägt in Bezug auf Einwohnerdichte und Siedlungsstruktur immer noch stark ländliche Züge. Obwohl die genannten Merkmale im Arrondissement Altkirch besonders gut ausgeprägt sind, fällt dieses durch ein sehr hohes prozentuales Bevölkerungswachstum auf, mit dem es zwischen 1999 und 2010 an die zweite Stelle unter sämtlichen Arrondissements der Région Alsace rückte. Schon seit 1975 sind hohe prozentuale Bevölkerungszunahmen nachzuweisen, besonders starke im Zeitraum 1999/2006. Die Untersuchung des Entwicklungsverlaufs auf kantonaler und kommunaler Ebene deckte auf, dass hierfür massgeblich das Wachstum der oft kleinen Gemeinden im Kanton Dannemarie verantwortlich ist, die durch die Verkehrswegebündelung im Bereich der Burgundischen Pforte begünstigt werden und im weiteren Pendeleinzugsbereich von Mulhouse und Belfort liegen. Auch das untere Larguetal, einzelne Gemeinden im Kanton Ferrette sowie insbesondere jene im Umfeld der Thalbachachse, von wo vor allem nach Basel ausgependelt wird, heben sich aufgrund ihrer häufig geringen Bevölkerungsgrösse mit bisweilen extremen Zuwachsraten heraus.


Life Sciences Cluster Basl - Motor der regionalen Wirtschaft und Schrittmacher für den trinationalen Standort Oberrhein

Marc Funk

Die Region Basel zählt zu den weltweit führenden Standorten der Life Sciences. Nahezu ein Viertel der Wertschöpfung der Region entfällt auf die Branche, deren Ursprünge in der Textilfärbung sowie der chemischen und pharmazeutischen Industrie liegen. Der Life Sciences Cluster ist Wohlstandsmotor und Wachstumstreiber für Basel und die gesamte Wirtschaft der Norcdwestschweiz. Damit der Spitzenplatz im globalen Wettbewerb weiterhin behauptet werden kann, bedarf es der laufenden Optimierung der Rahmenbedingungen. Hierbei stellt sich insbesondere die Frage, wie ein weiterer Ausbau der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich der Life Sciences zu einer Stärkung des gesamten Clusters führen kann.


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch