Donnerstag, 10. Februar 2011

Die Mongolei - bald zu klein für die Mongolen? Fragile Landschaften unter Nutzungsdruck

Die Mongolei - bald zu klein für die Mongolen? Fragile Landschaften unter Nutzungsdruck

Lic. geogr. Katharina Conradin

seecon gmbh Basel

Die Mongolei – gelegen zwischen der ehemaligen Grossmacht Russland und dem bevölkerungsreichsten Staat der Erde, China – ist das Land mit der weltweit niedrigsten Bevölkerungsdichte. Lange Zeit bestand eine fragile Balance zwischen der nomadisch lebenden Bevölkerung und den zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen für Mensch und Tier, auch wenn diese spärlich waren und das Klima harsch.

Verschiedene Entwicklungen während der letzten 100 Jahre haben dazu jedoch geführt, dieses Gleichgewicht aus der Balance zu bringen: Nach der Übernahme sozialistischer Bewirtschaftungsmethoden ab ca. 1920 kam es zu einem raschen Ansteigen der Viehbestände. In Verbindung mit einem starken  Bevölkerungswachstum und dem zunehmenden Sesshaftwerden der Bevölkerung führte dies vielfach zu Überweidung und Desertifikation. Landflucht und das damit verbundene Wachstum der Städte, speziell der Hauptstadt Ulan Bator, Erzabbau und in letzter Zeit verstärkte Klimaschwankungen verschärfen zudem das Problem der Wasserverfügbarkeit, das in weiten Teilen der Mongolei sowieso ein knappes Gut ist. Diese Entwicklungen – Überweidung, Desertifikation, Wassermangel, Umweltverschmutzung durch Erzabbau und Grossstädte – gefährden in zunehmendem Masse die knappen Ressourcen und damit die Lebensgrundlage der Mongolen. Auch Kamele werden in der Mongolei als Weidetiere gehalten - sie produzieren Milche, eine hochwertige Wolle und sind äusserst zäh und widerstandsfähig.

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