Deutsche Akademie für Landeskunde (DAL) zu Gast in Basel Donnerstag, 23. Juni 2011

Deutsche Akademie für Landeskunde (DAL) zu Gast in Basel

Die DAL ist ein Gremium gewählter Mitglieder, die sich mit der Struktur und der Entwicklung der deutschen Landeskunde beschäftigt. Traditionsgemäss bezieht sich dies auf den ganzen deutschen Sprachraum, d. h. die DAL hat auch schweizerische und österreichische Mitglieder. Sie versteht sich, ähnlich der GEG, als Innovator und als Publikationsplattform für das Fach Geographie. Letzterem dienen die Zeitschrift „Berichte zur deutschen Landeskunde“ und die Monographien in den „Forschungen zur deutschen Landeskunde“ - zwei Traditionsschriftreihen, die auch in Basel seit dem Erscheinungsbeginn vor vielen Jahrzehnten bereit stehen.

Die DAL, z. Z. von Prof. Dr. Harald Zepp (Ruhr-Universität Bochum) präsidiert, verfügt zeitweise über eigene Arbeitsgruppen, arbeitet ansonsten mit den Instituten an den Standorten der Mitglieder zusammen. Dort finden Jahrestagungen (JT), auf denen man Fachthemen behandelt, und Mitgliederversammlungen (MV) statt, auf denen die Vereinsgeschäfte abgehandelt werden – also eine der GEG ähnliche Struktur.

Am 23. Juni tagte im Geographischen Institut die DAL mit ihrer MV, auf der es diesmal um Statutenänderungen ging. Die damit verbundene JT war vor allem eine Einführung in zwei Exkursionsverstaltungen, welche die DAL-Mitglieder Th. Mosimann (Hannover) und H. Leser (Basel) anboten. Vor fachwissenschaftlichem Hintergrund wurden die beiden Exkursionsräume vorgestellt.

Am Freitag, dem 24. Juni, führte DAL-Mitglied Prof. Dr. Thomas Mosimann (Leibniz Universität Hannover) in das Baselbiet, um die langjährig laufenden Waldbodenaufnahmen an Hand von ausgezeichneten Grossprofilgruben zu präsentieren. Die Aufnahmen sind ein Projekt des Amtes für Wald beider Basel (Liestal), in Zusammenarbeit mit der Bodenschutzfachstelle des Kantons Basel-Landschaft, die von einem Absolventen der Basler Physiogeographie, Dr. Roland Bono, geleitet wird. Im Chirsihüsli in Kilchberg/BL wurde Mittagsrast gehalten, so dass die überwiegend deutschen Kollegen auch etwas von der Ess- und Trinkkultur im Baselbiet mitbekamen. Eingebettet war all dies in spannende landeskundliche Erläuterungen, die Th. Mosimann zum Kulturlandschaftswandel und zum Klimawandel
und seinen Auswirkungen auf die Landnutzung anbot.

Am Samstag, dem 25. Juni, führte DAL-Mitglied und GEG-Präsident Hartmut Leser die Exkursion auf den Dinkelberg und den Hotzenwald und zu den beiden Entwicklungsachsen Wiese- und Hochrheintal. Behandelt wurden nicht nur die Karstlandschaft des Dinkelberges oder die Glazialproblematik des Wehratales, sondern auch die Kraftwerksproblematik (Kavernenkraftwerk am Wehra-Stausee) und der Landnutzungswandel auf dem Hotzenwald. Die Hotzenwälder Kulturlandschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv gewandelt: Rückgang der Bauernbetriebe und des Ackerbaus und Vordringen der Besiedlung aus dem Hochrheintal. Den Schlusshalt bildete der Bergsee oberhalb von Bad Säckungen, wo viele Jahre von der Basler Physiogeographie geforscht wurde, vor allem von Christoph Wüthrich et al.. Der Hotzenwald war ja nicht nur über viele Jahre Geländepraktikumsgebiet der Physiogeographie, sondern hier liefen auch viele Examensarbeiten sowie verschiedene Dissertationen.

Zum Schluss dankte der Erste Vorsitzende der DAL, Herr Zepp, nicht nur den beiden Exkursionsleitern, sondern auch dem dem Geographischen Institut, namenlich Herrn Professor Dr. Nikolaus J. Kuhn (Abteilung Physiogeographie und Uweltwandel), für die Beherbergung der Veranstaltung.

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