Nr. 56/3

Nr. 56/3

Schülerinnen und Schüler erleben Geographie

Das vorliegende Heft stellt vier geographisch interessante und hervorragende Maturarbeiten vor. Das Themenspektrum reicht von einem Wachstumsvergleich von kalifornischen und Basler Riesenmammutbäumen, über Klimaeinfluss auf den Schweizer Alpinismus, die Auswikrungen des Lötschberg-Basistunnels auf die Agglomeration Brig bis zum Populationswachstum von Algen. Weiter wird von geographischen Feldkursen an zwei Basler Gymnasien berichtet, die im Maggiatal und Parpan stattfanden.

 

 

 

 

Das Wachstum von Riesenmammutbäumen in Basel und Kalifornien

Marc Buchs

Für diese Arbeit war die Frage leitend, wie rasch Riesenmammutbäume wachsen können und ob Rückschlüsse auf das lokale Klima bzw. spezielle Witterungseinflüsse (z.B. Extremsommer) möglich sind. Im Laufe einer Vegetationsperiode wurden Höhen- und Umfangmessungen an mehreren Exemplaren der Region Basel durchgeführt. Begleitend erfolgten Kernlochbohrungen und dendroökologische Auswertungen der Bohrkerne, welche interessante Einsichten in das Wachstum dieser Bäume über mehrere Jahrzehnte im städtischen Umfeld ermöglichten. Eine unerwartete Schlussfolgerung dieser Arbeit besteht darin, dass diese Bäume wegen des schnellen Wachstums und des grossen Kohlestoffvorrats pro Individuum eine Möglichkeit dafür bieten könnten, als mittelfristige CO2-Speicher im Klimaschutz eingesetzt zu werden.

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Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpinismus in der Schweiz - mit Fokus auf die Herausforderungen für professionelle Bergführer und Berghütten

Zora Staehelin

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpinismus, wor allem im Hinblick auf Bergführer und Berghütten. Der Klimawandel bewirkt primär ein Verschieben der Permafrostgrenze und ein Abschmelzen von Gletschern. Bergstürze, Geröllfelder und neu entstandene Gletscherseen sind die Folge und erhöhen vor allem während der Sommermonate die Gefahr für den Wanderer. Professionelle Bergführer sind gezwungen, sich den wandelnden Umständen in Bezug auf Routenwahl und Durchführung einer Begehung anzupassen. Hüttenwarte müssen sich vor allem in Bezug auf niedrigere Trinkwasservorräte und die Zerstörung der Zugangswege zu den Hütten anpassen.

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Einfluss des Lötschberg-Basistunnels auf Verkehr und Bevölkerung: Konsequenzen des NEAT-Tunnels auf den nationalen und internationalen Verkehr sowie auf die Bevölkerung von Brig

Leo Hösli

Der Lötschberg-Basistunel (LBT) wirkt sich auf den nationalen Verkehr sehr positiv aus, nicht aber auf den internationalen Verkehr. Obwohl der LBT eine Steigerung der Kapazität mit sich bringt, wird diese auf der internationalen Nord-Süd-Route aufgrund des Zustandes der Zufahrtsrouten in der Schweiz, in Deutschland und in Italien nicht wesentlich erhöht. Die Bevölkerung in Brig hat durch den Tunnel zugenommen. Als Konsequenz wurden durch dieses Wachstum in der Umgebung von Brig Grünflächen durch Wohnbauten ersetzt.

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Geoengineering mittels Eisendüngung. Welchen Effekt hat die Eisenkonzentration auf das Populationswachstum von Nannochloropsis occulata?

Hugo Braun

Populationen von Nannochloropsis occulata (ein Phytoplankton) wurden unter gleichbleibenden Rahmenbedingungen mit verschiedenen Eisenkonzentrationen versetzt. Die Populationsdichten wurden über sechs Tage regelmässig gemessen. Nebenbei wurde die Zuverlässigkeit einer indirekten Messmethode überprüft. Es zeigte sich, dass Eisenkonzentrationen von bis zu 67,5 nM einen leicht positiven Einfluss auf das Wachstum des Planktons hatten. Von Relevanz könnten diese Resultate für eine Reihe von Anwendungsbereichen sein: So verursachen Eisendüngungsversuche im Ozean massive Planktonblüten, wodurch die Idee entstand, Phytoplankton als CO2-Binder im Kampf gegen die Klimaerwärmung einzusetzen. Aquaristiker sind interessiert, das Plankton als Futter möglichst schnell wachsen zu lassen. Ausserdem gibt es Versuche, aus Algen Biotreibstoffe herzustellen.

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Geographische Feldkurse an der Schule:
erste Erfahrungen des Gymnasiums am Münsterplatz an der Maggia (TI)

Ramon Gonzalez und Susanne Eder

In der heutigen Didaktik des Geographieunterrichts wird zunehmend versucht, den Schülerinnen und Schülern Wissen nicht nur als Frontalunterricht zu vermitteln, sondern diese den Schulstoff auch selber erarbeiten zu lassen. In diesem Zusammenhang werden am Gymnasium am Münsterplatz (Basel) sowohl in Biologie als auch in Geographie neu naturwissenschaftliche Feldkurse angeboten. Eine erste Erfahrung im Juni 2015 im Maggiatal (TI) zeigt grosses Potenzial für diese Art von Kursen, eas auch durch das Feedback der Schülerinnen und Schüler bestätigt wird.

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Eine Naturwissenschaftswoche in den Alpen)

Christoph Wüthrich, Nathaline Château-Basler, Rachel Engeler, Renato d'Incau, Martin Schläpfer und Andreas Erhardt

Der Artikel beschreibt die Hintergründe und Ergebnisse einer gymnasialen Naturwissenschaftswoche in den Alpen (Parpan, GR). Sechs Lehrpersonen organisierten für 62 Schülerinnen und Schüler eine Naturwissenschaftswoche in den Alpen mit dem Ziel, einen vertieften Einblick in naturwissenschaftliches Arbeiten im Umweltbereich zu ermöglichen und damit einen Beitrag für eine fundiertere Studien- und Berufswahl im grossen Feld naturwissenschaftlicher Studienfächer und Berufe zu leisten. Die Teilprojekte befassten sich mit Spektrometrie, Geologie der Alpen, Botanik, Bodenökologie, Bodenfauna und Gewässerökologie. Die Lernenden wurden auf eine entdeckende Art und Weise in der attraktiven Alpenlandschaft an realistische Fragestellungen aus Forschung und Berufspraxis herangeführt. Es ist zu vermuten, dass nicht unbedingt mehr junge Menschen anschliessend einen naturwissenschaftlichen Weg einschlagen werden, aber es darf angenommen werden, dass nach dieser Woche ein realisitscheres Bild über mögliche Fragestellungen und Untersuchunstechniken in verschiedenen naturwissenschaftlichen Berufen vorhanden ist.

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GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch