Nr. 56/1

Nr. 56/1

Wirtschaftsraum Freiburg im Breisgau

Der Wirtschaftsraum Freiburg lehnt sich zum Teil eng an die Nordwestschweiz, wie zum Beispiel in Weil am Rhein, wo die eben erst eröffnete grenzüberschreitende Tramlinie vor dem Hintergrund der Franken-Stärke eine unerwartet starke Frequentierung erfährt. Dieses Heft stellt eine Reihe von aktuellen Eigenheiten und grosser Dynamik vor, welche diese Region prägen.

 

Freiburg im Breisgau - "Green City" quo vadis?

Ernst-Jürgen Schröder

Die Universitätsstadt Freiburg im Breisgau erweist sich im 21. Jahrhundert innerhalb Baden-Württembergs als die führende Boom-Town mit überdurchschnittlichem Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum sowie auch zunehmender Urbanität in Form neuer hochwertiger Architektur und öffentlicher Räume. Zu diesem Erfolg trägt der Ruf von Freiburg als "Green City", die den Spagat zwischen Ökonomie urd Ökologie geschafft hat, entscheidend bei.


Wirtschaftsflächen der Zukunft -
das Beispiel Güterbahnhof Nord i
n der "Green City Freiburg".

Marc Funk

Die Bereitstellung von geeigneten Flächen für Industrie, Handwerk und Dienstleistung gehört seit jeher zum Aufgabenkanon von Städten und Gemeinden. Im Zeitalter der Wissensökonomie findet die Gewerbeflächenentwicklung immer weniger auf der "grünen Wiese" statt. Überall dort, wo Wissen und Kreativität einen besonderen Beitrag zur Wertschöpfung von Unternehmen leisten, sind besondere Qualitäten gefordert. Gesucht werden vermehrt urbane Standorte, die von einer Vielfalt unterschiedlichster Nutzungen geprägt sind und ein attraktives Arbeitsumfeld bieten. Hinzu kommt eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Entwicklung von Gewerbeflächen. Mit der Entwicklung des Güterbahnhofs Nord setzt die Stadt Freiburg i. Br. einen Leuchturm bei der Schaffung zukunftsfähiger und nachhaltiger Unternehmensstandorte.


Gewerbeflächen als Entwicklungsmotor der Region Freiburg.

Thomas Stoffel, Norbert Schröder-Klings und Bernd Dallmann

Anhaltendes Bevölkerungs- und Arbeitsstättenwachstum in der Region sorgen für eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien. Im Oberzentrum Freiburg sind grosse Flächen für Wissenschaft und Forschung in der Entwicklung. Das Angebot an Flächen für Handwerk und Produktion verknappt sich ständig, die Immobilienpreise steigen. Die Region hat die Aufgabe, neue wohnortnahe Gewerbeflächen zu entwickeln.


Konstanz und Veränderungen der Wohn- und Arbeitssituation im Landkreis Emmendingen.

Jörg-Wolfram Schindler

Gemeindetypisierungen dienen vorrangig dazu, Strukturunterschiede grösserer Räume klar und anschaulich wiederzugeben. Die amtliche Kreisbeschreibung des Landes Baden-Württemberg hatte sich intensiv damit beschäftigt, wobei sie aus Gründen ihres internen Darstellungsablaufs hauptsächlich die Wohn- und Arbeitssituation in den Mittelpunkt der Betrachtung rüclcte. Dabei ging es ihr vor allem um deren möglichst aktuelle Typisierung, die zugleich auch eine präzise Vergleichbarkeit zu anderen, unter gleichen Typisierungskriterien fassbaren Zeitabschnitten erlauben sollte. Arn Beispiel des vom Flächenumfang und von der Gemeindezahl recht kleinen Landkreìses Emmendingen kann gezeigt werden, dass sich selbst hier und auf der Basís relativ grober Typenmerkrnale deutlich unterscheidbare und nachvollziehbare Raumstrukturen der Wohn- und Arbeitssituation aufdecken lassen. Es ist ein klares Zentrum-Peripherie-Gefälle vorwiegender (nichtlandwirtschaftlicher) Arbeits- zur vorwiegenden Wohnfunktion an der Peripherie zu erkennen, und im Zeitvergleich zeichnet sich eine Stärkung der Arbeitsfunktion des Wirtschaftszentrums Waldkirch ab.


 

Chancen aus Strukturwandel -
die nachhaltige Transformation der BASF-Areale in der Agglomeration Basel.

Michael Bertram

Die wirtschaftliche Entwìcklung in der Metropolitanregion Basel ist durch einen fundamentalen Strukturwandel in der Schlüselbranche Chemie / Pharma gekennzeichnet. Im Zeitraum zwischen 1980 und 2009 sìnd in der chemischen Industrie aufgrund von Restrukturierungen oder Produktionsverlagerungen rund 27'500 Arbeitsplätze verloren gegangen. Dieser Verlust konnte durch die Schaffung von rund 30'000 neuen Arbeitsplätzen in den sogenannten Life Sciences kompensiert werden. Der Strukturwandel in Richtung Life Sciences hält an und generiert frei werdende Indlustrieflächen, die einer neuen Nutzung zugeführt werden können. Angesichts der in metrobasel bestehenden Flächenknappheit sind solche Transforntationsflächen ein zentrales Instrument der strategischen Standorteintwicklung in allen drei Teiläumen. Die erfolgreiche Umnutzung ermöglicht die Ansiedlung und Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze und leistet zugleich einen Beitrag zur Vermeidung zusätzlichen Flächenverbrauchs und zur Sicherstellung der Zukunftsfäigkeit des trinationalen Wirtschaftsstandortes.


lndustrie im Elztal (Schwarzwald) - Branchengefüge im Wandel.

Rudolf Michna

Wie in anderen Schwarzwaldtälern hat sich das industrielle Branchenspektrum infolge des technologischen Fortschrítts und der Internationalisierung der Märkte in jüngerer Zeit erheblich verändert. Nach wie vor nimmt das produzierende Gewerbe aber im sektoralen Gefüge den ersten Rang ein. In den meisten Gemeinden liegt der Anteil der am Arbeitsort im produzierenden Gewerbe Beschäftigten bei über zwei Dritteln. Der Rückgang der einst dominierenden Textilindustrie konnte durch die Ansiedlung innovativer Zweige kompensiert werden. Daran haben endogene Initiativen einen wesentlichen Anteil. Auch manche traditionellen Industriezweige konnten sich durch Anpassungen an den Strukturwandel behaupten. Als Ergebnis zeigt sich in der mittelständisch geprägten Industrie des Elztals eine Mischung unterschiedlicher Branchen, aus der allerdings die Opto-Elektronik heraussticht. Typischerweise liegt die Arbeitslosenquote mit 2.8 % (September 2014) im Elztal deutlich unter dem Landesdurchschnitt. 


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch