Nr. 52/2

Nr. 52/2

Geographische Facharbeit im Dienste der Basler Stadtentwicklung

In den letzten berufsorientierten Themenheften der REGIO BASILIENSIS (Nr. 50/2, 51/1, 51/3) hat man gesehen, dass geographische Facharbeit ein sehr breites Spektrum hat. Ein sehr gewichtiger Pfeiler geographischer Facharbeit liegt heute aber in der Planung und Entwicklung des öffentlichen Bereichs. Dort sind zahlreiche geographische Kompetenzen gefragt, die nur in ihrer Kombination letztlich eine wirksame Planung ermöglichen. Um einen realistischen Einblick in dieses Netzwerkvon gelieferten geographischen Grundlagendaten, Analysen, Befragungswerkzeugen und die damit heute verbesserte Handhabung von Planungs- und Entwicklungsaufgaben zu ermöglichen, wurden alle Beitrrige der vorliegenden Ausgabe von Vertretern der Basler Verwaltung verfasst. Stadtplanung, Stadtentwicklung und Stadtentwicklungsplanung heissen die Schlüsselbegrffe, denen letztlich von ganz unterschiedlichen Bereichen her zugearbeitet wird.


Planung und Entwicklung – Bestandteile geographischer Facharbeit

Madeleine Imhof & Hartmut Leser

Der Artikel geht von den Definitionen der Begriffe Stadtplanung, Stadtentwicklung und Stadttentwicklungsplanung aus. Daraus leiten sich die an sich klar abzugrenzenden Tätigkeitsfelder der zugehörigen Praxisbereiche ab. In denen herrscht jedoch nicht immer Klarheit darüber, wer was zu realisieren hat. Das hie und da zu beobachtende Kompetenzgewirr gründet sich vor allem auf Verwaltungsstrukturen, die nicht immer zeitgemäss erscheinen. Die Beiträge dieses Heftes werden sodann in den Rahmen dieser theoretischen Vorgaben gestellt und auf ihre Möglichkeiten und Grenzen diskutiert. “Basel” stellt dafür so etwas wie ein Labor dar.


Mitwirkungsprozesse bei der Stadtentwicklung – Erfahrungen aus der Praxis

Roland Frank

Der Austausch und Dialog zwischen Verwaltung und Bevölkerung hat sich seit der Werkstadt Basel intensiviert und verbessert. Gemäss § 55 der Kantonsverfassung muss heute die Quartierbevölkerung in den Meinungs- und Entscheidungsprozess der Behörden einbezogen werden in Belangen, die sie besonders betreffen. Die von den Basler Quartierorganisationen 2007 gegründete Arbeitsgemeinschaft § 55 hat in dreijähriger stadtteilübergreifender Zusammenarbeit einen gemeinsamen Erfahrungsbericht mit Empfehlungen erstellt. Der Regierungsrat hat im Mai 2011 eine gemeinsame Weiterentwicklung der bestehenden Instrumente durch die Verwaltung und die Quartierorganisationen begrüsst.


Umfrageforschung als Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft

Nathalie Grillon

Dieser Titel beschreibt sehr treffend eine der Kernaufgaben des Statistischen Amtes Basel-Stadt und damit das Thema dieses Artikels. Er ist aber zugleich auch das Thema der diesjährigen 9. Wissenschaftlichen Tagung des Deutschen Statistischen Bundesamtes vom 30. Juni 2011 und unterstreicht damit die Bedeutung von Befragungen als statistisches Erhebungsinstrument bzw. als Entscheidungsgrundlage für die Verwaltung. Im Folgenden wird kurz erläutert, was Umfrageforschung ist, wie sich diese künftig präsentiert und aus welchem Grund Basel-Stadt ein kantonales Befragungskonzept hat. Beispiele aus der Bevölkerungsbefragung zeigen, welchen Nutzen die Ergebnisse für die praktische Arbeit in der Verwaltung haben.


Mit Stadtteilentwicklung zu einer attraktiven Gesamtstadt: Das Beispiel Basel Nord

Stefan Dössegger

In den Jahren 2006 bis 2010 setzte der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt einen Schwerpunkt auf die Stadtentwicklung Basel Nord. Ein integraler Arbeitsansatz ermöglichte, eine umfassende Entwicklung in Gang zu setzen und die Lebensqualität und Standortattraktivität zu verbessern. Heute leisten die nördlichen Stadtquartiere wichtige Impulse für die Entwicklung der gesamten Stadt und dienen als Scharnier für die trinationale Entwicklung der Region. Der Arbeitsansatz der integralen Stadtentwicklung – ein Arbeitsfeld auch für Geographinnen und Geographen – hat sich etabliert und konnte mit der neuen Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung im 2009 geschaffenen Präsidialdepartement institutionalisiert werden.


Lebensqualität in der Stadt und der Beitrag der Grünplanung, Beispiel Basel-Stadt

Urs Leugger-Eggimann

Grünräume leisten mit ihrer Multifunktionalität einen massgeblichen Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt. Bei ihrer Gestaltung und Entwicklung sind unterschiedliche Ansprüche an ihre Funktion sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Nebst der Analyse vor Ort gilt es hierfür den gesamtstädtischen Kontext zu beachten und zu gewichten. Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen und der Dynamik in der Entwicklung der Stadt Basel steigt einerseits der Stellenwert der Grünräume; andererseits geraten sie zunehmend unter Druck. Eine umsichtige sowie breit und konzeptionell abgestützte Grün(raum)planung hilft, die Chancen der aktuellen Entwicklungen zu nutzen und gleichzeitig deren Risiken zu minimieren.


Die Bedeutung von Geoinformationen für Verwaltung und Öffentlichkeit

Simon Rolli

Der Kanton Basel-Stadt hat in den letzten Jahren eine leistungsfähige kantonale Infrastruktur für die Bewirtschaftung und Verteilung der wichtigsten digital vorliegenden Raumdaten (Geoinformationen) aufgebaut. Über das Geoportal Basel-Stadt werden diese Geoinformationen mittels verschiedener Geowebdienste den unterschiedlichen Nutzungen und Nutzergruppen zur Verfügung gestellt. Für die Öffentlichkeit sind vor allem die über den GeoViewer BS angebotenen Kartenthemen und Abfragemöglichkeiten von Interesse. Die Verwaltung nutzt ihrerseits die zunehmende Anzahl standardisiert zugänglicher Geoinformationen für die effiziente Aufgabenerfüllung und für beschleunigte Entscheidfindungen.


Grenzüberschreitende öffentliche Statistik am Beispiel der trinationalen Agglomeration Basel – Abbildung funktionaler Räume in ihrer gesamten Ausdehnung

Bernard Spichtig

Die sozioökonomischen Verflechtungen von Regionen halten sich nicht an nationalstaatliche Grenzen oder politisch-administrative Einteilungen. Das bedingt vermehrt eine Beobachtung der statistischen Realität über die Landesgrenzen hinweg. Für die trinationale Agglomeration Basel werden durch die gemeinsame Darstellung von Daten dreier Länder die funktionalen Beziehungen der Stadt mit den Agglomerationsgemeinden im In- und Ausland in ihrer gesamten räumlichen Ausdehnung erfasst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Daten des Arbeitsmarktes im Allgemeinen und den Grenzgängern (Arbeitspendlern) im Speziellen. Die Daten werden unter anderem in Form von interaktiven Karten der Öffentlichkeit im Internet zugänglich gemacht.


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch