Donnerstag, 20. Oktober 2011 - 18:15 Uhr

Die Himmelsscheibe von Nebra: Zwischen Logos und Mythos

Die Himmelsscheibe von Nebra: Zwischen Logos und Mythos

Prof. Dr. Harald Meller
Direktor und Landesarchäologe, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt mit Landesmuseum für Vorgeschichte Halle.

Die Himmelsscheibe von Nebra zählt zu den bedeutendsten archäologischen Funden des letzten Jahrhunderts. Sie ist Teil eines Hortfundes, der um 1600 v. Chr. auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt niedergelegt und dort im Juli 1999 von Raubgräbern entdeckt wurde. Nachdem die Himmelsscheibe und ihre Beifunde über fast drei Jahre lang in der Kunsthändlerszene die Käufer
wechselte, konnte das Fundensemble im Februar 2002 in der Schweiz durch Behören sichergestellt werden. Seit 2008 sind die Funde nun dauerhaft im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle zu sehen.

Die bronzene Scheibe selbst war über viele Generationen im Gebrauch. Das Himmelsbild wurde während dieser Zeit, wahrscheinlich sobald sie in die Hände neuer Besitzer gelangte, mehrfach grundlegend verändert. Die detailgenaue Wiedergabe komplexer astronomischer Phänomene und religiös behafteter
Symbole machen die Himmelsscheibe zu einem Schlüsselfund der europäischen Vorgeschichte. Sie ist damit einer der ältesten Belege für die erstaunlichen astronomischen Kenntnisse des Menschen am Beginn der Bronzezeit.

Prof. Dr. Harald Meller wird im Zuge seines Vortrages neben den astronomischen Zusammenhängen auch die weitreichende archäologische und kulturhistorische Bedeutung des Fundes beleuchten.

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