Donnerstag, 21. Februar 2019 - 18:15 Uhr

Gebirgspermafrost im Wandel

Gebirgspermafrost im Wandel

Prof. Reynald Delaloyle

Université Fribourg

Die untere Grenze des Vorkommens von Permafrost liegt in den Alpen bei etwa 2600 m ü.d.M., schwankt aber stark je nach Orientierung, Hangneigung, Gestein, Schneebedingungen, usw. In Permafrostgebieten stabilisiert permanentes Eis das Innere von Blockhalden und Klüften in Felswänden. Unter dem Druck des Gewichts von Eis und Gestein bewegen sich gefrorene Schuttmassen und bilden Blockgletscher. Die Klimaerwärmung verursacht ein Auftauen des Permafrosts. Dies führt zu einem Verlust der Stabilität der Blockgletscher, die sich folglich heute schneller als vor 30 Jahren bewegen. Der Vortrag von Prof. Delaloyle führt in die Geomorphologie von Blockgletschern ein und wird die Folgen von Erderwärmung für deren Entwicklung und den damit verbundenen Naturgefahren mit den neusten verfügbaren Daten illustrieren. Neben den Alpen werden weitere Gebirgsketten der Welt betrachtet. Dabei stehen einerseits die Veränderung der morphodynamischen Grenzen im Hochgebirge, aber auch die persönlichen Erfahrungen des Arbeitens in einem sich schnell wandelnden natürlichen Grenzraum im Zentrum des Vortrags.

Reynald Delaloye ist seit 2008 Professor in Alpine Geomorphologie an der Universität Fribourg. Seine Forschungstätigkeit konzentriert sich auf das Studium der Hangentwicklung in Permafrostzonen, speziell von Blockgletschern und damit verbundenen Rutschungen in kalten Gebieten. Reynald Delaloyle leitet ausserdem das Beobachtungsmessnetz für Permafrost in der Schweiz (PERMOS) und er ist Mitglied der Expertenkommission Kryosphäre (EKK) der Schweizerischen Akademie für Naturwissenschaften, sowie nationaler Korrespondent beim globalen Permafrostmessnetz (GTN-P). 

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