Donnerstag, 17. November 2016 - 18:15 Uhr

Klimawandel - Migration - Konflikt. Das Beispiel Syrien.

Klimawandel - Migration - Konflikt. Das Beispiel Syrien.

Dr. Christiane Fröhlich

Universität Hamburg

Die Folgen des anthropogenen Klimawandels sind bereits heute in vielen Teilen der Welt deutlich erkennbar. Zu ihnen gehören Wetterextreme, verlängerte Dürreperioden, ein steigender Meeresspiegel und wachsende Niederschlagsvariabilität, um nur einige zu nennen. Gleichzeitig ist nur schwer absehbar, wie und wo genau sich die Folgen des Klimawandels in Zukunft darstellen werden, und wie verschiedene Staaten und Gesellschaften in der Lage sein werden, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Unter anderem aufgrund dieser Unkalkulierbarkeit wird die Erderwärmung vermehrt als globales Sicherheitsrisiko wahrgenommen. Als ein zentrales Verbindungsglied zwischen Klimawandel und innerstaatlichen resp. internationalen Konflikten gilt dabei die sogenannte klimabedingte Migration. Die wenigen existierenden Studien zu dem hypothetisierten Zusammenhang zwischen Klimawandel, Migration und Konflikt kommen zwar zu uneindeutigen Ergebnissen, doch nichtsdestoweniger hat sich Syrien zu einer Art Vorzeigebeispiel entwickelt. Dort wird einer "Jahrhundertdürre" zwischen 2006 und 2010 und der von ihr hervorgerufenen Binnenmigration eine wichtige Rolle für Zeitpunkt und Intensität der syrischen Revolutionsbewegung zugeschrieben.

Der Vortrag untersucht diese Hypothese auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse. Weiter wird den Fragen nachgegangen, welches Sicherheitsverständnis einer solchen Einordnung des Klimawandels eigentlich zugrunde liegt und ob dieses geeignet ist, im Sinne eines "Global Understanding" diejenigen effektiv zu schützen, die von seinen Folgen am stärksten betroffen sind.

 

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