Donnerstag, 23. September 2021 - 18:30 Uhr

Ökosystemdynamik und Klimarekonstruktion: Einblicke in die Klima- und Umweltgeschichte Mitteleuropas anhand von Seesedimenten.

Ökosystemdynamik und Klimarekonstruktion: Einblicke in die Klima- und Umweltgeschichte Mitteleuropas anhand von Seesedimenten.

Prof. Dr. Oliver Heiri

Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel

Seesedimente enthalten organische wie auch anorganische Überreste von Tieren und Pflanzen aus Seen selbst sowie aus ihrem Umland. Nachdem die ersten biologischen und geochemischen Abbauschritte stattgefunden haben, bleiben solche Strukturen über Jahrtausende bis Jahrzehntausende oft in hervorragendem Zustand und ohne weitere erkennbare Veränderungen erhalten. Sie erlauben daher die Rekonstruktion von Ökosystem- und Umweltzuständen in Seen selbst, aber auch in ihrem Einzugsgebiet.

Im Vortrag wird dargelegt, wie Seesedimente als Umweltarchive verwendet werden können und anhand von Beispielen aus unserer Forschung wird beschrieben, wie biotische Überreste in Sedimentabfolgen Informationen über den vergangenen menschlichen Einfluss auf Ökosysteme, aber auch über langfristigen Klimaentwicklungen liefern können. Letzteres ist möglich, weil vor allem Veränderungen in der Sommertemperatur das Artspektrum und die Häufigkeit von temperatursensitiven Organismengruppen in Seen beeinflussen. Daher können unter bestimmten Bedingungen quantitative Temperaturrekonstruktionen anhand von in Seesedimenten erhaltenen biotischen Indikatoren erarbeitet werden.

Wer aus Sicherheitsgründen nicht vor Ort teilnehmen möchte, kann die Veranstaltung auch via Zoom unter folgendem Link verfolgen:

https://unibas.zoom.us/j/64223464814?pwd=V3REYm5EVEpYMkZkV0E5Z0p5RDg1QT09

Meeting ID: 642 2346 4814
Passcode: 929712

Donnerstag, 21. Oktober 2021 - 18:30 Uhr

Atmosphärenwissenschaften an der Uni Basel: Feinstaub und Treibhausgase

Atmosphärenwissenschaften an der Uni Basel: Feinstaub und Treibhausgase

Prof. Dr. Markus Kalberer

Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel

Die Forschungsgruppe Atmosphärenwissenschaften der Uni Basel untersucht die Zusammensetzung, die Quellen und die Toxizität von Feinstaub in der Atmosphäre. Der weitaus grösste Anteil des Feinstaubs wird nicht direkt als Partikel in die Atmosphäre emittiert, sondern bildet sich in der Atmosphäre aus der Vielzahl von gasförmigen Vorläufersubstanzen unter Einwirkung von Sonnenlicht. Diese Prozesse und vor allem auch die Toxizität des daraus entstehenden Feinstaubs sind nur unzureichend bekannt. 

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die detaillierte Untersuchung von Treibhausgasemissionen in städtischen Umgebungen. Städte sind weltweite die weitaus
bedeutendsten Regionen von Treibhausgas Emissionen. Die Stärke der verschiedenen
Quellen von Verkehr über Gebäude bis hin zu natürlichen Quellen und Senken, werden mit langjährigen Messreihen und detaillierten Prozess- und Modellstudien quantifiziert.

Donnerstag, 18. November 2021 - 18:30 Uhr

Teller, Biodiversität und der Klimawandel: Welche Konflikte gibt es bei der zukünftigen Landnutzung?

Teller, Biodiversität und der Klimawandel: Welche Konflikte gibt es bei der zukünftigen Landnutzung?

Prof. Dr. Ruth Delzeit

Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel

Fruchtbare Landfläche ist ein knappes Gut und erfährt unterschiedliche Nutzungen. Es ist ein Produktionsfaktor in der Land- und Forstwirtschaft, Lebensraum für Pflanzen und Tiere und erfüllt ökologische Funktionen. Mit einer wachsenden und wohlhabenderen Weltbevölkerung,
einem steigenden Bedarf an Biomasse zur Produktion von erneuerbaren Energien und anderen Alternativen von fossilen Rohstoffen und einer sich ändernden Produktivität durch den Klimawandel werden bereits bestehende Landnutzungskonflikte verschärft.

Dieser Vortrag zeigt möglich Entwicklungspfade auf und diskutiert Zielkonflikte einer zukünftigen Landnutzung.

Donnerstag, 16. Dezember 2021 - 18:30 Uhr

Weltwasserkrise? Szenarien von Wasserzukünften.

Weltwasserkrise? Szenarien von Wasserzukünften.

Prof. Dr. Dieter Gerten

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Geographisches Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. 

Das globale Wassersystem ist geprägt von Problemen verschiedenster Art: Nicht nur steht Milliarden Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung; auch führen übermässige Wassernutzung und der globale Klimawandel zu sich weiter verschärfendem Wassermangel in vielen Regionen.

Basierend auf Erkenntnissen neuester Simulationen mit globalen hydrologischen Modellen wird die derzeitige und mögliche zukünftige Weltwassersituation dargestellt. Ausserdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Krise bewältigt werden kann bzw. ob und wie die Menschheit innerhalb einer «planetaren Grenze» für die Süsswassernutzung bleiben kann. Dafür ist nicht zuletzt ein Perspektivenwechsel in unserem Umgang mit dem Natur- und Kulturgut Wasser entscheidend.

Donnerstag, 20. Januar 2022 - 17:45 Uhr

Exklusive Führung im Naturhistorischen Museum Basel «Erde am Limit»

Exklusive Führung im Naturhistorischen Museum Basel «Erde am Limit»

Das Naturhistorische Museum Basel präsentiert seine Eigenproduktion ERDE AM LIMIT. Die Ausstellung zeigt auf, wie der Mensch als Teil der natürlichen Umwelt Einfluss auf die Ökosysteme unseres Planeten nimmt und welche Konsequenzen daraus resultieren.

 

Die attraktive Inszenierung macht die grossen Zusammenhänge in der Natur verständlich, legt Fakten dar und räumt Missverständnisse aus dem Weg.

Über Jahrtausende hinweg existierte der Mensch, ohne tiefgreifende Spuren in der Umwelt zu hinterlassen. Doch mittlerweile setzt unser stetig wachsender Bedarf an Platz und natürlichen Ressourcen die Ökosysteme global unter Druck. Die Sonderausstellung ERDE AM LIMIT verdeutlicht die Rolle des Menschen in der Natur. Sie fragt, welche Konsequenzen unser Tun langfristig hat und wie wir die Zukunft anders gestalten können..

 

Hinweis: Treffpunkt Eingangshalle, Augustinergasse 2 um 17:50 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen beschränkt. Voraussichtlich gilt eine Zertifikatspflicht. Unkostenbeitrag von CHF 10.- Anmeldung per E-Mail an: info@gegbasel.ch

 

Donnerstag, 24. Februar 2022 - 18:30 Uhr

Der Staub, der sich vom Acker macht.

Der Staub, der sich vom Acker macht.

Dr. Roger Funk

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg

Staub ist ein wesentlicher Teil der Stoff- und Energieflüsse der Erde, der seine Wirksamkeit auch weit entfernt von seinem Entstehungsort zeigt. Neben den grossen natürlichen Staubquellen, z.B. der Sahara, hat Staub aus dem Agrarbereich auf Grund seiner spezifischen Eigenschaften zunehmend an Bedeutung gewonnen. Anhaltende Trockenheit, starke Winde und unsachgemässe Bodenbewirtschaftung führen immer wieder zu starker Winderosion mit damit  erbundenen Staubemissionen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Besonderheiten dieser Stäube und vermittelt dies durch Forschungsergebnisse aus Nordost-Deutschland, China und Argentinien.

Donnerstag, 24. März 2022 - 18:30 Uhr

Aus Tagebüchern lernen: «Echtzeit-Einblicke» in soziale und emotionale Aspekte der COVID-19 Pandemie.

Aus Tagebüchern lernen: «Echtzeit-Einblicke» in soziale und emotionale Aspekte der COVID-19 Pandemie.

Dr. Andrea Kaiser-Grolimund

Institute of Social Anthropology, Universität Basel

Pandemien erfordern eine sofortige Reaktion in «Echtzeit». Forschungen in solchen medizinischen und sozialen Krisensituationen stellen Sozialanthropolog*innen sowohl vor methodische als auch vor ethische Herausforderungen, insbesondere dann, wenn Nähe, eine wichtige Eigenschaft der Feldforschung, schwierig wird.

Der Vortrag thematisiert solche Herausforderungen im Kontext der Covid-19 Pandemie und berichtet von den Erfahrungen in einem schweizweiten Projekt namens «PubliCo», in welchem während der Covid-19 Pandemie unter anderem Tagebucheinträge erhoben und analysiert wurden. Das explorative PubliCo-Projekt des Instituts für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte (IBME) der Universität Zürich und des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) wird unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefördert.

Mehr dazu unter:
www.publico.community
- t.uzh.ch/16v


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch