Donnerstag, 19. September 2019 - 18:15 Uhr

Chinas Belt-and-Road-Initiative

Chinas Belt-and-Road-Initiative

Prof. Dr. Ralph Weber

Institute for European Global Studies, Universität Basel

Zu Beginn war die Belt-and-Road-Initiative (BRI) ein Eurasien und Afrika umspannendes Infrastrukturprojekt der Volksrepublik China (VR China). Inzwischen scheint die Initiative sich über den ganzen Globus zu erstrecken. Über Infrastruktur hinaus hat sich der Charakter der Initiative zu einem geoökonomischen und vielleicht gar geopolitischen Projekt hin verschoben.

Zuletzt haben sich Berichte zu Schwierigkeiten in der lokalen Umsetzung gehäuft, worauf die VR China am 2. BRI-Gipfeltreffen in Beijing im April 2019 ihre Rhetorik angepasst hat. Dieser Eröffnungsvortrag stellt die BRI in ihren Grundzügen und im Lichte gegenwärtiger Forschungsliteratur vor. Es werden eine Reihe von in dieser Form bislang unveröffentlichter Thesen den Charakter und die Ziele der Initiative betreffend zur Diskussion gestellt.

Donnerstag, 17. Oktober 2019 - 18:15 Uhr

Klimawandel und die historische Entwicklung der Seidenstrasse

Klimawandel und die historische Entwicklung der Seidenstrasse

Prof. Dr. Dominik Fleitmann

Department Umweltwissenschaften, Universität Basel

Die Seidenstrasse ist eine der ältesten Handelsrouten und wurde erstmals während der Han Dynastie in China (206 BC – 220 AD) urkundlich erwähnt. Während ihrer langen Geschichte wurde der Handel entlang der Seidenstrasse immer wieder durch den Aufstieg und Fall von Zivilisationen und Dynastien beeinflusst.

Bis heute bestehen grosse Unsicherheiten, ob und inwieweit Klimaschwankungen zu tiefgreifenden gesellschaftspolitischen Veränderungen beigetragen haben. Im Vortrag wird anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt, dass Klimaschwankungen während den letzten 2000 Jahren ein wesentlicher Faktor für tiefgreifende ökonomische und kulturelle Veränderungen in den Gebieten entlang der Seidenstrasse waren. 

Donnerstag, 14. November 2019 - 18:15 Uhr

Entwicklung im Schatten der neuen Seidenstrasse. Eine Sherpa Gemeinde auf ihrem Weg in eine globalisierte Welt

Entwicklung im Schatten der neuen Seidenstrasse. Eine Sherpa Gemeinde auf ihrem Weg in eine globalisierte Welt

Prof. Dr. em. Rudolf Baumgartner

NADEL Zentrum für Entwicklung und Zusammenarbeit, ETH Zürich

Kann das Seidenstrassenprojekt für Nepal neue Türen zu unserer globalisierten Welt aufstossen – auch zum Wohl ärmerer Bevölkerungsschichten?

Der Gebirgstourismus im Himalaya zeigt uns Potentiale und Grenzen einer Globalisierung auf. Aus dieser Perspektive dokumentiert das Referat den eindrücklichen Weg einer Sherpa Gemeinde, der sie aus einer isolierten, agro-pastoralen Wanderwirtschaft der Vergangenheit in eine global vernetzte Lebenswelt der Gegenwart führte.

Donnerstag, 12. Dezember 2019 - 18:15 Uhr

Glanz und Elend an der Seidenstrasse Usbekistans - (einschliesslich Ursachen und Entwicklung des Aralsee-Syndroms)

Glanz und Elend an der Seidenstrasse Usbekistans - (einschliesslich Ursachen und Entwicklung des Aralsee-Syndroms)

Prof. Dr. Christian Opp

Philipps-Universität Marburg

Die Geschichte und der Bedeutungswandel der Seidenstrasse(n) werden vorgestellt, ebenso wie die Naturausstattung und die Landnutzung in Zentralasien, als den Transitraum der Seidenstrasse(n) zwischen Orient und Okzident. Dann erfolgt ein landeskundlicher Überblick über Usbekistan. Bereits bis hierhin werden einige Ursachen und Folgen der Aralsee-Katastrophe deutlich, die der Referent in vier Forschungsprojekten näher untersucht hat.

Zum Abschluss nimmt der Vortragende die Zuhörer mit auf eine Exkursion durch Usbekistan und Teile Nord- und West-Tadschikistans entlang alter Seidenstrassen-Handelsrouten. Dabei werden sowohl landeskundliche Überblicke als auch architektonische Highlights u.a. der Städte Taschkent, Kokant, Ferghana, Khujand, Pendschikent, Duschanbe, Termez, Schachrisabs, Samarkand, Buchara, Chiwa, Nukus entlang der Seidenstrasse(n) und zuletzt Eindrücke vom trockengefallenen Aralsee präsentiert.

Donnerstag, 23. Januar 2020 - 17:45 Uhr

Exklusive Führung im Depot des Museums der Kulturen «Entlang der Seidenstrasse - textile Schätze aus Zentral- und Ostasien»

Exklusive Führung im Depot des Museums der Kulturen «Entlang der Seidenstrasse - textile Schätze aus Zentral- und Ostasien»

Das Museum der Kulturen bietet regelmässig vielfältige ethnologische Ausstellungen. Dazu nutzt das Museum unter anderem auch seine reichhaltigen Sammlungen, welche die über viele Jahrzehnte gesammelten Objekte beinhaltet. Die Textilsammlung des Museums hat Weltruf. Immer wieder bereichern ausgewählte Objekte die Ausstellungen und in den wechselnden Ausstellungen hängen wunderschöne Exemplare. Im Depot des Museums auf dem Dreispitz-Areal befinden sich kostbare textile Schätze, unter anderen aus Zentral- und Ostasien - dem Gebiet der Seidenstrasse. Diese sind dem Publikum normalerweise nicht zugänglich.

Im Rahmen unserer Vortragsreihe zu Chinas neuer Seidenstrasse offeriert uns das Museum der Kulturen eine exklusive Führung zu den textilen Schätzen aus der Region Zentral- und Ostasien.

 

Hinweis: Die Veranstaltung findet im Depot des Museums der Kulturen im Dreispitz-Areal statt. Treffpunkt Eingang Lyonstrasse um 17:30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Unkostenbeitrag von CHF 10.- Anmeldung per E-Mail an: info@gegbasel.ch

 

Donnerstag, 20. Februar 2020 - 18:15 Uhr

Infrastruktur an der Grenze zwischen China und Zentralasien

Infrastruktur an der Grenze zwischen China und Zentralasien

Prof. Dr. Agnieszka Joniak-Lüthi

Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft,Universität Zürich

Chinas Infrastrukturprojekte in Zentral-asien: Kann der Gigantismus der neuen „Seidenstrasse“ nachhaltig sein?

2013 hat Chinas Präsident Xi Jinping den Silk Road Economic Belt, einen euroasiatischen ‚wirtschaftlichen Gürtel’, lanciert. Die Initiative sieht den Bau transkontinentaler Infrastrukturnetzwerke vor, mit dem Ziel, den euroasiatischen Kontinent in einen eng vernetzten Raum zu verwandeln. Das Projekt «ROAD-WORK: An Anthropology of Infrastructure at China’s Inner Asian Borders», das am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaften an der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Agnieszka Joniak-Lüthi durchgeführt wird, erforscht die soziale
Komplexität und Ambiguität der gebauten Infrastruktur.


In ihrem Vortrag wird Prof. Joniak-Lüthi sowohl das Projekt und die ersten Ergebnisse vorstellen, als auch die langfristigen sozialen und ökologischen Implikationen der neuen Infrastruktur diskutieren.

Donnerstag, 19. März 2020 - 18:15 Uhr

Chinas Vision für Eurasien: Wirtschaftliche Potenziale und Hemmnisse der Seidenstrassen-Initiative

Chinas Vision für Eurasien: Wirtschaftliche Potenziale und Hemmnisse der Seidenstrassen-Initiative

Prof. Dr. Sebastian Heilmann

Universität Trier

In diesem Vortrag erörtert Sebastian Heilmann, Inhaber des Lehrstuhls für Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier und Gründungsdirektor (2013-2018) des Mercator Institute for China Studies in Berlin, die wirtschaftlichen Zielsetzungen und Grossprojekte sowie Entwicklungshemmnisse der chinesischen Seidenstraßen-Initiative.

Die chinesische Vision eines durch Infrastruktur und Handel geeinten eurasischen Wirtschaftsraums – mit China als Dreh- und Angelpunkt – wird massgeblich durch chinesische Finanzierungsprogramme und staatsnahe Unternehmen vorangetrieben. Allerdings ist die Seidenstrassen-Initiative nicht ein „Nullsummenspiel“ zum einseitigen Vorteil Chinas: Im Infrastruktur-Aufbau und auch im Handel entstehen konkrete neue wirtschaftliche Potenziale für die beteiligten Länder und Gesellschaften.

China dient die Seidenstrassen-Initiative als wirkungsvolles Programm zur Markterschliessung im eurasischen Wirtschaftsraum. Zurzeit überholen Chinas Regierungsstellen und Förderbanken die bisherigen Ausschreibungsverfahren, sodass sich in einer neuen Phase des Seidenstrassen-Programms auch europäische Unternehmen Hoffnungen auf eine stärkere Beteiligung machen können.


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch