Nr. 59/1

Nr. 59/1

AlumniGeos in der Praxis

Die vorliegende Ausgabe

widmet sich der Bandbreite beruflicher Tätigkeitsfelder, die den Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs der Geowissenschaften offen stehen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie in der Regel eine direkte Auseinandersetzung mit der freien Natur ermöglichen und je nach Einsatzgebiet den Allrounder im Geowissenschaftler herausfordern, weil eher physikalische, chemische, biologische, soziale oder wirtschaftliche Fragen zu beantworten sind. 

 

 

 

Vom Geowissenschaftler über Wolkenschnüffler zum Belagsflüsterer.

Emanuel Hammer

Mit Blinklicht unterwegs auf lärmarmen Belägen, leise Reifen für einen Porsche Panamera testen, in virtueller Realität den Strassenlärm darstellen, digitale Bildanalyse von Bohrkernen aus Strassenbelägen durchführen und die Lärmwirkung von Tempo 30 situativ beurteilen. Dies sind einige meiner spannenden Tätigkeiten als Projektleiter in der Forschung & Entwicklung bei Grolimund + Partner AG. Dabei liegt der Fokus meiner Arbeit im FInden kundenorientierter, praxisbezogener und innovativer Lösungen im Bereich Lärmschutz.

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AlumniGeos in der Praxis.

André Schenker

Die langjährige berufliche Tätigkeit des Autors in der Privatwirtschaft und bei öffentlichen Arbeitgebern mit den Schwerpunkten technische Zusammenarbeit in Westafrika, Umweltbegleitplanung von Infrastrukturprojekten, Projekte zur Revitalisierung von FLiessgewässern sowie Strassenprojekte innerorts und Lärmsanierung werden nachgezeichnet. Auf zwei Projekte wird näher eingegangen: das Pilotprojekt Wasserstellenmanagement und Desertifikationsbekämpfung im Sahel sowie die Revitalisierungsmassnahmen im Teilgebiet Aarau-Wildegg des Auenschutzparks Kanton Aargau. Tipps als Hinweis an die Studierenden sowie ausgewählte Publikationen als Etappen des Berufslebens bilden den Abschluss. 

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Für mehr Natur im Kanton Graubünden.

Jacqueline von Arx

Der Artikel gibt einen Einblick in den vielfältigen Arbeitsalltag als Geschäftsführerin von Pro Natura Graubünden. Dabei ist die Arbeit längst nicht nur von geographischen Themen dominiert, sondern auch oft mit der Politik, der Biologie und vor allem auch der Öffentlichkeitsarbeit verflochten. In diesem Alltag bildet das im Studium angeeignete Wissen ein starkes Rückgrat, das über Praktika einen soliden Einstieg in den Berufsalltag bilden kann. 

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Die Umsetzung der Zweitwohnungsgesetzgebung auf kommunaler Ebene.

Die praktische Anwendung einer berufsbegleitenden Weiterbildung.

Stefanie Lauber

Die Annahme der Zweitwohnungsinitiative am 11. März 2012 hat die Situation betreffend den Bau und dieNutzung von Zweitwohnungen grndlegend verändert. Artikel 75b der BV und dessen Ausführungsgesetzgebung sind vor allem für jene Gemeinden zu einer Herausforderung geworden, die bereits über eigene raumplanerische Instrumente zur Lenkung des Zweitwohnungsbaus verfügten. Sie müssen ihre Reglemente nun dem übergeordneten Recht anpassen. Zermatt stellt eine solche Gemeinde dar. Es hat sich gezeigt, dass das Zweitwohnungsgesetz (ZWG) die Bedürfnisse Zermatts, u.a. hinsichtlich der Nutzung altrechtlicher Bauten, nicht vollends zu befriedigen mag. Bei der Implementierung des ZWG in die kommunale Planung müssen diese Lücken geschlossen, die Stärken der eigenen Reglemente wenn möglich bewahrt, den regionalen Eigenheiten Rechnung getragen und dabei die verbleibenden Kompetenzen für die eigene nachhaltige Siedlungsentwicklung optimal ausgenutzt werden. 

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Innovativer Bau- und Gestaltungsansatz für das urbanste Quartier der Stadt Luzern.

Roger Schürmann

Bei dem mitten in der Stadt Luzern liegenden und lebendigen Hirschmattquartier war sowohl der Erneuerungsbedarf der Werkleitungen wie auch der Widerstand bei Bevölkerung und Gwerbe gegen eine jahrelange Baustelle hoch. Dank dem innovativen Ansatz der intensiven Bauweise konnte die Bauzeit und damit die Belastung für das Quartier von fünf bis sechs Jahren auf zwei verlängerte Sommerhalbjahre reduziert werden. Gleichzeitig wurde mit einer Neugestaltung der Oberfläche, angestossen durch den Sanierungsbedarf bei den Werkleitungen, ein Mehrwert für das Quartier als Lebens- und Wirtschaftsraum geschaffen. Der rasch erkennbare Baufortschritt der zweischichtig geführten Baustelle sowie die verlässliche und kundennahe Kommunikation erwiesen sich als Erfolgsfaktoren für die Akzeptanz bei Anwohnern und Gewerbe. Mit dem Abschluss der Arbeiten im Herbst 2017 geht auch für mich als verantowrtlicher Projektleiter für die gesamte Bauführung eine intensive, aber äusserst erfolg- und lehrreiche Zeit zu Ende. 

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Auf Grossbaustellen für die Umwelt im Einsatz.

Yves Schachenmann

Der nachfolgende Artikel befasst sich mit meiner abwechslungsreichen Arbeit als Umweltbaubegleiter (UBB) und damit, wie ich nach Abschluss meines Geographie-Studiums überhaupt zur UBB gekommen bin. Die vielen verschiedenen Facetten, welche dieser Beruf im Spannungsfeld von Graossbaustellen zu bieten hat, werden ebenfalls näher betrachtet. Anhand der SBB-Grossbaustelle "Vierspur-Ausbau Olten-Aarau" mit dem Eppenberg-Tunnel als Herzstück und zwei vertiefenden Beispielen bringe ich der Leserschaft die vielfältigen Themenfelder der UBB und die Bedeutung des Umweltschutzes auf der Baustelle näher. Sie werden erfahren, warum es Sondermülldeponien gibt, welche trotz ihres Namens kein belastendes Material annehmen und weswegen eine Fischwandertreppe für ander Tiergruppen zur Bedrohung werden kann.

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Projekt Bohrfeld Bäumlihof 3. Etappe - Aufgaben und Herausforderungen rund um die Erstellung von sechs Tiefbohrungen zur Salzgewinnung im Raum Rheinfelden-Möhlin.

Gabor Fuchs

Der folgende Artikel gibt einen Einblick in die interessante Arbeit eines Geologen bei den Schweizer Salinen. Während der Geograph sich mit erdoberflächennahen, sichtbaren Phänomenen beschäftigt, versucht der Geologe, sich über Bohrungen und mit anderen Hilfsmitteln ein Bild des Erdinneren zu machen. Dabei hat er nicht nur die Gewinnung von - in diesem Fall - Salz im auge, sondern auch die Einhaltung der Umwetlverträglichkeit. Hierbei spielen eine ausgezeichnete Kenntnis der regionalen Geologie und technisches Know-how eine Schlüsselrolle, so zum Beispiel, um einen Kollaps des Bohrlochs beim Durchqueren von Lockersedimenten oder eine Verschmutzung des Grundwassers zu verhindern.

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Nr. 59/2

Nr. 59/2

Umgang mit Böden am Hochrhein

Das vorliegende Heft widmet sich dem Thema der Bodennutzung und ihrer Folgebelastungen, welche die natürliche Ressource Boden langfristig durch Versiegelung, Erosion, Verdichtung und Biodiversitätsverlust gefährden. Es werden verschiedene Projekte vorgestellt, die sich dank moderner Hilfsmittel für einen nachhaltigeren und bewussteren Umgang mit der Ressource Boden einsetzen.

 

 

 

 

Vielfalt der Böden im Hochrheintal

Martin Zürrer, Daniel Schaub

Aufgrund der hohen Siedlungsdichte im Hochrheintal östlich von Basel kommt der Erhebung des Bodens und seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften im Nutzungskonflikt zwischen Überbauung, Marerialabbau, Grundwassernutzung und Landwirtschaft eine grosse Bedeutung zu. Die Bodenkartierung für die Gesamtmelioration Eiken (AG) bot den Anlass, die Bodenbeschaffenheit im Beizugsgebiet flächendeckend zu erheben. Dabei zeigte sich schon auf kleinem, aber geologisch abwechslungsreichem Gebiet ein vielfältiges Spektrum an Bodenformen mit differenzierter kleinräumiger Verteilung. Mit der Kenntnis der Böden sind nun die Grundlagen vorhanden, um planerische Entscheide für die Landwirtschaft auf die natürlichen Gegebenheiten sowie auf die vielfältigen, gesellschaftlich relevanten Funktionen der Böden auszurichten. Quasi als Nebenprodukt wurden die geologischen Kenntnisse durch die Betrachtung der Böden in Eiken um eine Facette reicher: Der Löss spielt für die Bodenbildung in höheren Lagen eine unerwartet dominante Rolle.



Das Potenzial von Drohnen (UAVs) zur Erfassung von Bodenerosion im Umweltmonitoring

Delia Mändli

Die Bodenerosion wird heute als globales und anhaltendes Umweltproblem wahrgenommen. Auch in der Schweiz ist der Schutz des Bodens und ein schützenswerter Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu einem wichtigen Thema geworden und daher in verschiedenen gesetzlichen Regelungen verankert. Seit der Änderung der Direktzahlungsverordnung im Jahr 2017 sind die kantonalen Behörden verpflichtet, Bodenerosion gezielt zu erfassen, um Massnahmen anordnen zu können, wenn bewirtschaftungsbedingte Erosionsraten überschritten werden. Der Vollzug ist derzeit noch nicht klar vorgegeben. In diesem Artikel wird das photogrammetrische Potenzial von Drohnen (UAVs) im kantonalen Vollzug als praktisches und effizientes Hilfsmittel zur Umsetzung dieser neuen Gesetzesvorgaben dargestellt. Die Umweltfachstelle des Kantons Aargau arbeitet dabei mit der Abteilung für Physiogeographie der Universität Basel zusammen. Zudem gibt der Artikel einen Einblick, wie moderne wissenschaftliche Methoden der geoökologischen Prozessforschung auch in öffentlichen Stellen überzeugend eingesetzt werden können.

 


Minimierung von Bodenerosion und Oberflächenabfluss

Arbeits- und Vollzugshilfen für die Landwirtschafts- und Bodenschutzverwaltung in Baden-Württemberg

Erich Unterseher

Zur Vermeidung von Bodenerosion und Oberflächenabfluss wurden für Baden-Württemberg in jahrzehntelanger Grundlagenarbeit fachliche Handreichungen zum «vorsorgenden Bodenschutz» sowie Vollzugshilfen zum «nachhaltigen Bodenschutz» erstellt. Diese werden erläutert und ihre bisherige praktische Wirksamkeit wird kritisch beleuchtet. Im Ergebnis ist festzustellen, dass es nicht an fehlendem Wissen, entsprechenden Regelungen und der Benennung erfolgversprechender Gegenmassnahmen mangelt, sondern an deren Akzeptanz und damit letztlich auch an deren Umsetzung. Dies lässt sich exemplarisch anhand der grenznahen Ackerbaugebiete auf der deutschen Seite des Ober- und Hochrheins zeigen.

 


Verzeichnis Aufwertung Fruchtfolgeflächen

Hinweiskarte für Flächen, die sich im Kanton Aargau für Bodenverbesserungen eignen

Dominik A. Müller-Mösch

Das Verzeichnis Aufwertung Fruchtfolgeflächen gibt Auskunft über Flächen, die sich für Bodenverbesserungen und Bodenaufwertungen im Kanton Aargau eignen. Bodenmaterial, welches bei Arbeiten auf der grünen Wiese anfällt und überschüssig ist, kann auf diesen Flächen sinnvoll wiederverwertet werden. Aktuell sind 150 Standorte mit einer Gesamtfläche von 258 Hektaren enthalten. Der Artikel zeigt die Beweggründe des Kantons Aargau für die Erstellung des Verzeichnisses auf, sowie das Erstellen von der Grundlagenarbeit bis hin zur Feldarbeit und zum fertigen Verzeichnis.

 


Bodenbelastungen natürlichen Ursprungs

Umgang mit geogen vorliegenden Schadstoffen in Baselbieter Böden

Daniel Schmutz, Dominic Utinger, Roland Bono

Im Boden wurzeln und wachsen eine Vielzahl von Pflanzen. Die Wurzeln nehmen die Nährstoffe aus der Bodenlösung auf. Mit aufgenommen werden aber auch allfällig vorliegende Schadstoffe. Es ist bekannt, dass einige Böden in der Region erhöhte bis stark erhöhte Gehalte an Schwer- und Halbmetallen mit ökotoxikologischer Wirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen aufweisen. Die Ursache für diese Bodenbelastungen sind zum grossen Teil anthropogene Tätigkeiten und Einflüsse. Daneben finden sich lokal auch hohe Belastungen in den Böden, welche geogen, also natürlicherweise bedingt sind. Bei der Bodenbildung können Schwermetalle durch Gesteins- und Mineralienverwitterung in den neu gebildeten Tonmineralien und Oxiden angereichert werden. Im Kanton Basel-Landschaft finden sich in den Oberböden im Raum Nenzlingen und Blauen erhöhte Gehalte an Cadmium. In der Gegend um Buus zeigen sich stark erhöhte Gehalte an Arsen und Thallium, und in der Region Laufen finden sich lokal stark erhöhte Arsengehalte.

 


Die Bodenkundliche Baubegleitung

Anforderungen und Einblicke in die Vielfältigkeit des praktischen Bodenschutzes

Matthias Hunziker, Nadja Stammler

Hochschulabsolventen der Geographie oder Geowissenschaften wissen, wie Böden entstehen, wie sie aufgebaut sind und wie wertvoll sie für Organismen, Stoffkreisläufe und als Ernährungsgrundlage sind. Aus diesem Grund werden die Böden der Schweiz von Gesetzes wegen geschützt. Mit dem Bodenschutz in der Praxis, der auch ein Berufsfeld von GeographInnen und Geowissenschaftlern ist, beschäftigt sich die Bodenkundliche Baubegleitung tagtäglich. Der Artikel zeigt die Entwicklung der Bodenkundlichen Baubegleitung in der Schweiz während der letzten 15 Jahre auf, präsentiert das vorhandene Weiterbildungsangebot sowie die Anforderungen an eine Bodenkundliche Baubegleitung und gewährt anhand des Baus von zwei Rückhaltebecken im Möhlintal (AG) Einblicke in ihr Tätigkeitsfeld.

 


Die essbare Stadt

Der Permakultur-Gemeinschaftsgarten Rhein-Au des Bad Säckinger Vereins StadtOasen e.V.

Stefan Meier

Urban Gardening ist ein weltweiter Trend, der auch am Hochrhein Einzug gehalten hat. Am Beispiel von Projekten des Vereins StadtOasen Bad Säckingen wird die Bedeutung von Gemeinschaftsgärten und deren Auswirkungen auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen wie z.B. dem Boden erläutert. In einem kurzen Abriss wird auf den Begriff Permakultur eingegangen und das Prinzip der Herstellung von Terra Preta als eine Möglichkeit des Umgangs mit der Ressource Boden erläutert. Die positiven Effekte von Gemeinschaftsgärten im Bereich der Kinder- und Jugendbildung und die Möglichkeiten zukünftiger Stadtentwicklungsprozesse werden aufgezeigt. Dabei spielen Partizipation beim Aufbau solcher Initiativen und der Effekt auf das soziale Miteinander eine zentrale Rolle.


GEOGRAPHISCH- ETHNOLOGISCHE GESELLSCHAFT BASEL - gegbasel.ch